Blessin in Gladbach: „Kein Fahrstuhl, sondern eine Treppe“

Geprüft von Paul Neumann
Zusammenfassung

Alexander Blessin erklärt seinen Wiederaufbauplan bei Borussia Mönchengladbach nach dem historisch schlechtesten Saisonstart des Klubs mit 0 Punkten.

8 Min. Lesezeit

Alexander Blessin hat seine ersten öffentlichen Aussagen als neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach gemacht und dabei klargestellt, dass er den Verein nicht kurzfristig aus der Tabellenkrise führen will, sondern mit einem schrittweisen Wiederaufbau. „Es gibt keinen Fahrstuhl, sondern nur eine Treppe“, sagte der 53-Jährige laut einem Bericht des Fachmagazins kicker zu seinem Amtsantritt am 23. September 2026.

Der Verein hatte Blessin offiziell als Nachfolger auf der Trainerbank vorgestellt, nachdem Borussia Mönchengladbach die bislang schlechteste Bundesliga-Saisonstartphase der Vereinsgeschichte hinlegte: null Punkte und 16 Gegentore nach vier Spieltagen, wie mehrere deutsche Medien übereinstimmend berichteten. Blessin erhielt einen Vertrag bis 2028 und tritt sein Amt inmitten einer Zeit an, in der die Länderspielpause dem Klub sowohl Fluch als auch Segen zugleich beschert, wie kicker in einer separaten Analyse feststellte.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Alexander Blessin, 53 Jahre alt, wurde am 23. September 2026 offiziell als neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach vorgestellt. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2028 und übernimmt einen Klub, der nach vier Bundesliga-Spieltagen ohne einen einzigen Punkt und mit 16 Gegentoren am Tabellenende steht — der historisch schlechteste Saisonstart des Vereins. Sein erstes Pflichtspiel als Cheftrainer ist am 11. Oktober 2026 das Rheinische Derby beim 1. FC Köln, live auf DAZN um 15:30 Uhr. Zuvor bestreitet seine Mannschaft am Donnerstag um 18:30 Uhr ein Testspiel bei den Sportfreunden Siegen.

„Kein Fahrstuhl, sondern eine Treppe“ — Blessins Wiederaufbau-Philosophie

In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme machte Blessin deutlich, dass er keine schnellen Wunder verspricht. Die von ihm gewählte Metapher – „kein Fahrstuhl, sondern eine Treppe“ – steht laut kicker-Bericht sinnbildlich für seinen Ansatz: schrittweise Stabilisierung statt sofortiger Ergebnis-Garantien. Zugleich betonte der neue Gladbach-Coach, dass er der Mannschaft „Potenzial“ zutraue und dass sich „mehr rausholen“ lasse aus dem bestehenden Kader.

Gleichzeitig räumte Blessin ein, dass es strukturelle Probleme gebe, die sich nicht „wegdiskutieren“ ließen. Diese Wortwahl deutet darauf hin, dass der Trainer intern bereits Defizite identifiziert hat, die über einzelne Spieltagsergebnisse hinausgehen. Als handlungsleitende Prinzipien nannte er „Disziplin“ und „Respekt“ – beides bezeichnete er als nicht verhandelbar für seine Arbeit mit der Mannschaft.

Auf der offiziellen Vereinswebsite von Borussia Mönchengladbach wurde Blessin zudem mit den Worten zitiert, er wolle „Prinzipien“ in die Mannschaft tragen und den Spielern helfen, ihr tatsächliches Leistungsniveau abzurufen. Diese Aussage deckt sich mit der Einschätzung mehrerer Sportjournalisten, dass der bisherige Saisonstart weniger an der individuellen Qualität des Kaders als an mangelnder struktureller Stabilität gelegen habe.

Die Ausgangslage: Historisch schlechtester Saisonstart

Die Dringlichkeit von Blessins Aufgabe lässt sich an den nackten Zahlen ablesen. Borussia Mönchengladbach stand nach vier Bundesliga-Spieltagen der Saison 2026/27 bei null Punkten und hatte bereits 16 Gegentore kassiert – der schlechteste Saisonstart in der Vereinsgeschichte. Diese Bilanz war der unmittelbare Auslöser für den Trainerwechsel, den der Verein am 23. September 2026 offiziell verkündete.

Wie sehr die Defensive im Zentrum der Krise steht, unterstreicht auch ein aktueller Spielbericht von kicker über die jüngste 3:4-Niederlage gegen Mainz 05, in dem eine strittige Elfmeterszene mit Kevin Diks und Shuto Machino für Diskussionen sorgte. Der Bericht ordnet die Defensivstabilität und die Arbeit gegen den Ball als zentrale taktische Prioritäten ein, die Blessin unmittelbar angehen muss.

Bereits kurz nach seiner Vorstellung machte der neue Trainer deutlich, dass er Intensität, Kompaktheit und kollektives Verteidigen sofort einfordern will. Diese Schwerpunktsetzung passt zu der Zahl von 16 Gegentoren aus vier Spielen – einem Wert, der statistisch für eine nicht funktionierende Defensivordnung spricht und Blessins ersten Handlungsschwerpunkt erklärt.

Der Zeitplan: Von Siegen bis zum Rhein-Derby

Blessins Einstand fällt in eine ungewöhnliche Phase des Spielplans. Durch die laufende Länderspielpause hat der neue Trainer keinen sofortigen Bundesliga-Ernstfall, sondern zunächst Zeit für Trainingsarbeit und ein Testspiel. Laut kicker bestreitet seine Mannschaft am Donnerstag um 18:30 Uhr eine Partie bei den Sportfreunden Siegen – die erste Gelegenheit, seine Ideen unter Wettkampfbedingungen zu erproben, wenn auch nicht im Pflichtspielbetrieb.

Sein tatsächliches Pflichtspieldebüt als Cheftrainer folgt erst nach der Länderspielpause: am 11. Oktober 2026, wenn Borussia Mönchengladbach im Rheinischen Derby beim 1. FC Köln antritt. Die Partie wird um 15:30 Uhr live auf DAZN übertragen. Eine separate kicker-Analyse ordnet dieses verlängerte Zeitfenster zwischen Amtsantritt und erstem Pflichtspiel als „Fluch und Segen zugleich“ ein: Fluch, weil der sofortige sportliche Elfmeter-Charakter der Krise nicht unmittelbar mit einem neuen Ergebnis beantwortet werden kann; Segen, weil Blessin mehr Zeit für Grundlagenarbeit im Training erhält, als es ein regulärer Spieltagsrhythmus zugelassen hätte.

Einordnung: Warum die Länderspielpause für Gladbach zweischneidig ist

Der Umstand, dass Blessin sein Amt just zu Beginn einer langen Länderspielpause antritt, wird von Fachmedien unterschiedlich bewertet. Einerseits fehlt dem neuen Trainer die Bühne eines unmittelbaren Bundesliga-Wochenendes, um seine Handschrift sofort zu demonstrieren und den öffentlichen Druck zu senken. Andererseits verschafft genau diese Pause ihm laut kicker die notwendige Zeit, um Automatismen einzustudieren, die in der laufenden englischen Wochen-Rhythmik einer Saison mit Wettbewerbsdichte kaum trainierbar gewesen wären.

Diese Einschätzung deckt sich mit Blessins eigener „Treppen“-Metapher: Wer einen mehrstufigen Wiederaufbau ankündigt, braucht Trainingseinheiten ohne unmittelbaren Ergebnisdruck. Die rund zweiwöchige Länderspielpause bietet ihm dafür ein seltenes Zeitfenster gleich zu Beginn seiner Amtszeit.

Der Kontext: Wer ist Alexander Blessin?

Blessin, der bereits als Trainer unter anderem im belgischen und italienischen Fußball Stationen absolviert hatte, tritt bei Borussia Mönchengladbach eine Aufgabe an, die explizit als Krisenmanagement definiert ist. Sein öffentlicher Auftritt am 23. September 2026 konzentrierte sich fast ausschließlich auf drei Themenfelder: Krisenbewältigung, defensive Stabilität und Disziplin. Diese Schwerpunktsetzung unterscheidet sich von einer klassischen Antrittsrede mit sportphilosophischen Grundsatzaussagen – Blessin wählte stattdessen unmittelbar handlungsorientierte Sprache.

Der neue Trainer folgt bei den Fohlen auf eine Vereinsführung, die angesichts von null Punkten und 16 Gegentoren aus vier Spielen unter erheblichem öffentlichen Druck stand. Eine Übersicht aller Bundesliga-Trainer der Saison 2026/27, die kicker parallel veröffentlichte, zeigt, dass Gladbach mit dem Wechsel zu Blessin nicht der einzige Klub ist, der in dieser frühen Saisonphase bereits auf der Trainerposition reagiert hat, was die außergewöhnliche Volatilität des aktuellen Saisonverlaufs in der Liga unterstreicht.

Tabelle: Gladbachs Saisonstart 2026/27 in Zahlen

KennzahlStand
Punkte nach 4 Spieltagen0
Gegentore nach 4 Spieltagen16
Historische EinordnungSchlechtester Saisonstart der Vereinsgeschichte
Amtsantritt Blessin23. September 2026
Vertragslaufzeitbis 2028
Erstes TestspielSportfreunde Siegen (Donnerstag, 18:30 Uhr)
Erstes Pflichtspiel1. FC Köln (Auswärts), 11. Oktober 2026, 15:30 Uhr, DAZN

Diese Übersicht verdeutlicht, warum Beobachter den Trainerwechsel als unmittelbare Reaktion auf eine akute sportliche Notlage werten und nicht als geplanten, langfristig vorbereiteten Umbruch. Ähnlich wie beim jüngsten Trainerwechsel-Kontext bei Alexander Blessins Verpflichtung als neuer Gladbach-Cheftrainer bereits eingeordnet wurde, steht der Klub unter erheblichem Zeitdruck, die Defensive zu stabilisieren, bevor die englische Woche nach der Länderspielpause beginnt.

Reaktionen und Einordnung aus der Bundesliga

Mehrere deutsche Sportmedien, darunter kicker, SPORT1, SKY und der WDR, berichteten übereinstimmend über Blessins Amtsantritt und seine ersten Aussagen. Die mediale Aufmerksamkeit für den Trainerwechsel fällt in eine Phase, in der ohnehin zahlreiche Bundesliga-Klubs mit der langen Länderspielpause und deren Auswirkungen auf ihre Kader beschäftigt sind – von Abstellungen für Nationalmannschaften bis zu Trainingssteuerung ohne Wettkampfrhythmus.

Auch im breiteren Ligakontext bleibt die Gladbacher Trainerfrage ein zentrales Gesprächsthema, da sie exemplarisch für den Erwartungsdruck steht, dem Bundesliga-Trainer bei schlechtem Saisonstart ausgesetzt sind. Wie bei anderen aktuellen Themen rund um deutsche Nationalspieler und Bundesliga-Klubs, etwa der jüngsten Berichterstattung über Said El Malas Nominierungs-Telefonat mit Jürgen Klopp, zeigt sich, dass die Länderspielpause im September 2026 für mehrere Bundesliga-Geschichten gleichzeitig prägend ist.

Bundesliga-Trainer beobachtet konzentriert das Training seiner Mannschaft unter Flutlicht

Was als Nächstes ansteht

Für Alexander Blessin und Borussia Mönchengladbach ergibt sich aus den bisherigen Aussagen ein klarer Fahrplan bis zum Ligaalltag:

  • Trainingsphase während der Länderspielpause zur Umsetzung von Blessins Prinzipien Disziplin und Respekt
  • Testspiel bei den Sportfreunden Siegen am Donnerstag, 18:30 Uhr, als erste öffentliche Standortbestimmung
  • Pflichtspieldebüt am 11. Oktober 2026 im Rheinischen Derby beim 1. FC Köln, live auf DAZN um 15:30 Uhr
  • Vorrangiges taktisches Ziel: Stabilisierung der Defensive nach 16 Gegentoren in vier Spielen

Ob Blessins „Treppen“-Ansatz greift, wird sich frühestens im Derby gegen Köln zeigen – dem ersten echten Prüfstein nach der Länderspielpause. Bis dahin bleibt der Fokus auf der internen Trainingsarbeit, in der laut kicker vor allem die kollektive Defensivordnung im Mittelpunkt steht. Der Verein selbst hat mit der Vertragslaufzeit bis 2028 signalisiert, dass er Blessin über die aktuelle Krise hinaus Zeit für den von ihm angekündigten schrittweisen Wiederaufbau geben will.

Sources

Photo: Lanthan2003, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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