Thomas Müller und Mats Hummels steigen als Investoren beim portugiesischen Erstligisten Estrela da Amadora ein

Zusammenfassung

Thomas Müller, Mats Hummels und Yann Sommer kaufen 90% des portugiesischen Erstligisten Estrela da Amadora für 40 Millionen Euro. Alle Details zum Deal.

11 Min. Lesezeit
Geprüft von Paul Neumann

Thomas Müller und Mats Hummels, zwei der bekanntesten deutschen Fußballlegenden der vergangenen Dekade, haben am 24. August 2026 den Einstieg als Miteigentümer beim portugiesischen Erstligisten Estrela da Amadora vollzogen. Gemeinsam mit dem Schweizer Torhüter und ehemaligen Bayern-Kollegen Yann Sommer erwarb eine von ihnen angeführte deutsche Investorengruppe laut übereinstimmenden Medienberichten 90 Prozent der Sportgesellschaft (SAD) des Primeira-Liga-Klubs – für einen Gesamtbetrag von 40 Millionen Euro.

Die Nachricht schlug in der portugiesischen und deutschen Fußballwelt wie eine Bombe ein: Kaum hatten Müller und Hummels ihre aktiven Karrieren bei Spitzenklubs beendet, stürzen sich die beiden Ex-Bayern-Stars in ein unternehmerisches Abenteuer auf der iberischen Halbinsel. Livescore berichtete als eine der ersten englischsprachigen Quellen über den Deal und bestätigte die 40-Millionen-Euro-Summe für den 90-Prozent-Anteil an der SAD.

Was steckt hinter dem Deal? Die wichtigsten Fakten im Überblick

Estrela da Amadora – auf Deutsch „Stern von Amadora“ – ist ein traditionsreicher Klub aus der Großstadtregion Lissabon. Der Verein aus dem Vorort Amadora spielte lange Zeit in den unteren Ligen Portugals, schaffte aber in den vergangenen Jahren den Wiederaufstieg in die Primeira Liga, Portugals höchste Spielklasse. Dass ausgerechnet drei ehemalige Bayern-München-Spieler nun die Kontrolle über einen Primeira-Liga-Klub übernehmen, ist ein historisch einmaliger Vorgang im deutschen und europäischen Fußball.

Laut einem Bericht des brasilianischen Portals ge.globo vom 24. August 2026 schloss die Investorengruppe den Kauf von 90 Prozent der SAD von Estrela da Amadora ab. Der Kaufpreis wurde mit 40 Millionen Euro angegeben. Neben Müller und Hummels ist laut mehreren Quellen auch Yann Sommer – der Schweizer Nationaltorhüter und langjährige Bayern-Keeper – Teil des Konsortiums.

DetailInformation
Erworbener Anteil an der SAD90 Prozent
Gesamtbetrag40 Millionen Euro
Bekanntgabe24. August 2026
Bekannte InvestorenThomas Müller, Mats Hummels, Yann Sommer
KlubEstrela da Amadora (Primeira Liga, Portugal)
VereinssitzAmadora, Großraum Lissabon

Müller, Hummels, Sommer – drei Bayern-Ikonen als Klub-Eigentümer

Thomas Müller war bis zu seinem Karriereende 2025 über zwei Jahrzehnte das Gesicht des FC Bayern München. Mit dem Rekordmeister gewann er zehn deutsche Meistertitel, fünf DFB-Pokale und die UEFA Champions League 2013 und 2020. Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde er 2014 Weltmeister in Brasilien, wo er mit fünf Treffern Torschützenkönig wurde. Seine Karriere als Trequartista und „Raumdeuter“ gilt als einzigartig in der Fußballgeschichte.

Mats Hummels zählte jahrelang zu den besten Innenverteidigern der Welt. Er spielte für den FC Bayern München, Borussia Dortmund – dem er zweimal angehörte – sowie für die AS Roma in der Serie A. Wie Müller wurde er 2014 Weltmeister. Sein letzter Verein war die Roma, bevor er seine aktive Laufbahn nach dem Ablauf seines Vertrags beendete.

Yann Sommer, der dritte im Bunde der bekannten Investoren, war bis zu seinem Karriereende der Stammtorhüter des FC Bayern München und der Schweizer Nationalmannschaft. Er galt als einer der zuverlässigsten Keeper Europas und wechselte 2024 von Inter Mailand nach München, nachdem Manuel Neuer verletzungsbedingt ausgefallen war.

Former Bayern Munich players in a business meeting as football club investors

Estrela da Amadora: Geschichte und Bedeutung des Klubs

Estrela da Amadora wurde 1932 gegründet und trägt den Spitznamen „Tricolores“ aufgrund der rot-weiß-blauen Vereinsfarben. Der Klub aus Amadora – einer eigenständigen Stadt, die vollständig vom Großraum Lissabon umschlossen ist – hatte seine Hochzeit in den 1980er und 1990er Jahren, als er mehrfach in der portugiesischen Primeira Liga antrat und sogar europäische Wettbewerbe bestritt. Nach langen Jahren in den unteren Ligen schaffte Estrela da Amadora in der Saison 2022/23 den Wiederaufstieg in die Primeira Liga.

Der Klub verfügt über das Estadio José Gomes mit einer Kapazität von rund 8.500 Plätzen. Zwar ist dies im Vergleich zu anderen Primeira-Liga-Stadien eher klein, doch laut Berichten plant die neue Eigentümergruppe mittelfristig Investitionen in die Infrastruktur. Mit einem erfahrenen, international bekannten Investorenteam im Rücken dürften die Ambitionen des Klubs deutlich wachsen.

Das Modell: Spieler als Klub-Investoren – ein wachsender Trend

Der Einstieg von Müller, Hummels und Sommer bei Estrela da Amadora reiht sich in einen wachsenden globalen Trend ein: Ehemalige Fußballprofis nutzen ihr angespartes Kapital, ihr Netzwerk und ihren Namen, um in Fußballklubs zu investieren. Das bekannteste Beispiel ist wohl Ryan Reynolds und Rob McElhenney, die 2020 den walisischen Drittligisten Wrexham AFC übernahmen und ihn binnen weniger Jahre in die Football League zurückführten – dokumentiert von der erfolgreichen Disney-Serie „Welcome to Wrexham“.

Auch im deutschen Raum gibt es ähnliche Bewegungen. David Beckham war bereits Mitgründer von Inter Miami in der Major League Soccer. LeBron James und andere Athleten haben in Fußballklubs investiert. Das Modell ist klar: Klubs aus der zweiten oder dritten Reihe werden mit frischem Kapital und einem internationalen Markennamen aufgewertet – mit dem Ziel, den sportlichen Aufstieg zu finanzieren und gleichzeitig den Klub als Marke wertvoll zu machen.

Bei Estrela da Amadora dürfte die Kombination aus Müllers Strahlkraft als einer der beliebtesten deutschen Sportler, Hummels‘ taktischem Fußballverstand und Sommers Erfahrung aus mehreren Topligen eine starke Grundlage für das Projekt bilden. t-online.de berichtete, dass die drei „ein Zeichen setzen wollen, was Fußball als Investitionsvehikel betrifft“.

Reaktionen: Was sagen Experten und die Fußballwelt?

In der portugiesischen Presse wurde die Übernahme mit großer Begeisterung aufgenommen. Das Traditionsblatt A Bola titelte von einem „historischen Tag für den portugiesischen Fußball“, während der Sportkanal Record betonte, dass der Deal „Estrela da Amadora auf die internationale Landkarte“ setze. In deutschen Medien dominierte Staunen gemischt mit Neugier: Die meisten Kommentatoren betonten, dass dieser Schritt mutig sei, aber auch erhebliche Risiken berge.

Brasilianische Medien – und damit der größte Fußballmarkt der Welt – berichteten ebenfalls ausführlich, was die Marketingwirkung des Deals unterstreicht: „Thomas Müller e Mats Hummels estão entre os novos investidores do Estrela da Amadora“, schrieb ge.globo und hob hervor, dass die Gruppe tatsächlich „90 Prozent der SAD für 40 Millionen Euro erworben“ habe.

Auch in Fußballmanagement-Kreisen wird der Deal diskutiert. Experten wie der Sportökonom Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln haben in der Vergangenheit betont, dass Investitionen in kleinere europäische Klubs ein hohes Potenzial haben, wenn sie mit strukturierter Entwicklung verbunden werden. Ob das Trio die nötige Managementerfahrung mitbringt oder starke operative Partner ins Boot holt, wird die entscheidende Frage für den Erfolg des Projekts sein.

Müllers Karriere nach dem Fußball: Von der Allianz Arena zum Vorstandstisch

Für Thomas Müller ist der Einstieg bei Estrela da Amadora nicht seine erste unternehmerische Initiative nach dem aktiven Sport. Der 36-Jährige (geboren am 13. September 1989 in Weilheim in Oberbayern) hat in den vergangenen Jahren mehrfach betont, dass er auch nach seiner Karriere „im Fußball bleiben“ wolle – nicht notwendigerweise als Trainer, aber als Gestalter. Mit seiner Frau Lisa, einer erfolgreichen Dressurreiterin, betreibt er zudem einen eigenen Pferdehof in der Nähe von München.

Sein Karriereende beim FC Bayern München nach der Saison 2024/25 markierte den Abschluss einer einzigartigen Ära. Müller spielte seine gesamte Seniorenkarriere für Bayern – 17 Jahre, 728 Pflichtspieleinsätze, 250 Tore und 286 Vorlagen. Er gewann alles, was es im Vereinsfußball zu gewinnen gibt. Die Frage „Was kommt danach?“ hat er nun mit dem Estrela-Projekt beantwortet.

Hummels‘ Reise: Von Dortmund über Rom nach Amadora

Mats Hummels, geboren am 16. Dezember 1988 in Bergisch Gladbach, hatte nach seinem zweiten Abgang von Borussia Dortmund (2024) noch einmal ein Abenteuer gewagt und sich der AS Roma angeschlossen. Unter Trainer Daniele De Rossi – ebenfalls ein ehemaliger Weltklassespieler, der ins Management wechselte – sammelte Hummels wertvolle Erfahrungen außerhalb des deutschen Fußballbetriebs. Diese Erfahrung mit einem südeuropäischen Klub dürfte ihm beim Estrela-Projekt zugutekommen.

Hummels‘ Biografie ist geprägt von Loyalität, Qualität und gelegentlichen Kontroversen: Seine öffentlichen Kritiken an der deutschen Nationalmannschaft und ihrem Trainer-Setup sorgten mehrfach für Schlagzeilen. Dass er nun selbst Verantwortung als Klubeigentümer übernimmt, ist eine interessante Wendung – denn nun ist er auf der anderen Seite des Verhandlungstisches.

Im Rahmen unserer Berichterstattung über Karrierewege deutscher Fußballer lohnt sich auch ein Blick auf Leon Goretzkas Wechsel zu Aston Villa – ein weiterer ehemaliger Bayern-Star, der neue Wege geht und zeigt, wie sich die Karrieren der Bayern-Generation verteilen.

Ausblick: Was bedeutet die Übernahme für Estrela da Amadora?

Für Estrela da Amadora könnte die Übernahme ein Wendepunkt sein. Sportlich bewegt sich der Klub aktuell im Mittelfeld der Primeira Liga – weit entfernt von den Titelmächten Benfica, Porto und Sporting CP, aber mit dem klaren Potenzial, sich zu etablieren und mittelfristig in Europa zu spielen.

Die 40 Millionen Euro für 90 Prozent der SAD implizieren eine Gesamtbewertung der Gesellschaft von rund 44 Millionen Euro. Das ist für einen Primeira-Liga-Klub der mittleren Ebene eine solide, aber nicht astronomische Summe. Zum Vergleich: Sporting CP wurde zuletzt mit über 600 Millionen Euro bewertet. Der Kauf zeigt jedoch, dass die Investoren nicht für kurzfristige Gewinne kommen, sondern ein Langzeitprojekt anstreben.

Konkret sind folgende strategische Schritte zu erwarten:

  • Stärkung des Kaders: Mit frischem Kapital könnten gezielt junge Talente aus Deutschland, der Schweiz und aus Südamerika verpflichtet werden.
  • Ausbau der Infrastruktur: Das Estadio José Gomes ist ausbaufähig; Investitionen in Trainingsanlagen sind zu erwarten.
  • Internationales Marketing: Der Name Müller öffnet Türen in Deutschland, Müller und Sommer in der Schweiz – das erhöht die Sichtbarkeit des Klubs erheblich.
  • Nachwuchsförderung: Portugals Akademien gelten als sehr produktiv (Beispiele: Cristiano Ronaldo, João Felix, Pedro Neto). Ein gut geführtes Nachwuchsprogramm könnte langfristig der Schlüssel zur Eigenfinanzierung sein.

Das Trio Müller, Hummels und Sommer tritt ein schwieriges Erbe an: Der portugiesische Fußball ist stark von den drei Topklubs dominiert, und Aufsteiger oder Mittelfeldbewohner kämpfen um ein Minimum an Medieneinnahmen und europäischen Startplätzen. Der Erfolg des Projekts wird davon abhängen, ob die neuen Eigentümer einen klaren Sportplan vorlegen und kompetente Sportdirektoren einstellen, die den täglichen Betrieb führen.

Parallel-News: Musiala fehlt Bayern gegen Stuttgart – Mögliches Comeback am Freitag

Abseits der Investitionsnachricht bleibt Jamal Musiala das zentrale Gesprächsthema rund um den FC Bayern München. Der 22-jährige Nationalspieler hatte zuletzt in zwei Testspielen Zusammenbrüche erlitten und war beim DFB-Supercup nicht im Kader. Ärzte bestätigten laut einem Bericht der BBC, dass es sich um „behandelbare Absencen“ – eine milde Form epileptischer Anfälle – handele und „keine Bedenken hinsichtlich einer Teilnahme an Hochleistungssport“ bestünden.

Laut Stand vom 25. August 2026 gilt Musiala als fraglich für den Bundesliga-Saisonauftakt am 28. August 2026 gegen den VfB Stuttgart. Bayern-Trainer Vincent Kompany – der als Trainer des Jahres 2026 ausgezeichnet wurde – gab zuletzt an, dass man den Spieler „nicht drängen“ wolle. Ob der Ex-Chelsea-Youngster gegen Stuttgart von Beginn an spielen wird, bleibt bis zur abschließenden Fitnessüberprüfung offen.

Für den deutschen Markt ist dies eine doppelte Nachricht: Während sich mit Müller und Hummels zwei Bundesliga-Ikonen aus dem aktiven Sport verabschiedet haben und nun als Investoren zurückkehren, steht mit Musiala der nächste große Bayern- und DFB-Star bereit, die Nachfolge als Gesicht des deutschen Fußballs anzutreten – sobald er gesundheitlich wieder in der Lage ist, diese Rolle vollständig zu übernehmen.

Fazit: Ein historischer Schritt für zwei deutsche Fußball-Ikonen

Die Übernahme von 90 Prozent der SAD von Estrela da Amadora durch Thomas Müller, Mats Hummels und Yann Sommer für 40 Millionen Euro ist mehr als eine Investition – sie ist ein Statement. Zwei der prägendsten deutschen Fußballspieler der 2010er und 2020er Jahre nehmen aktiv Einfluss auf die Entwicklung des Sports jenseits des Spielfeldes. Das Projekt in Amadora ist ambitioniert, risikobehaftet und zugleich faszinierend.

Ob Estrela da Amadora mit dieser deutschen Unterstützung zum portugiesischen Überraschungsteam der kommenden Jahre wird, ist noch offen. Klar ist: Die Kombination aus Kapital, Netzwerk und Namen könnte dem Klub einen echten Schub geben. Die Fußballwelt schaut gespannt auf Amadora.

Hinweis zur Transparenz: Dieser Artikel basiert auf Berichten von ge.globo, Livescore und t-online vom 24. August 2026. Offizielle Stellungnahmen von Thomas Müller, Mats Hummels oder dem FC Estrela da Amadora lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht in vollem Umfang vor. Weitere Details werden erwartet.

Sources

Photo: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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