Karetsas bricht bei BVB-Champions-League-Debüt zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht

Geprüft von Paul Neumann
Zusammenfassung

Konstantinos Karetsas brach bei Dortmunds Champions-League-Spiel gegen Villarreal zusammen. Der 18-Jährige wurde mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht.

10 Min. Lesezeit

Der 18-jährige griechische Neuzugang Konstantinos Karetsas brach am Dienstag, dem 8. September 2026, während des Champions-League-Auftaktspiels von Borussia Dortmund gegen den FC Villarreal im Signal Iduna Park in der 24. Minute ohne Fremdeinwirkung zusammen und musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden. Der BVB teilte nach dem Vorfall mit, Karetsas leide unter Kreislaufproblemen, sein Zustand sei den Umständen entsprechend gut, und er befinde sich auf dem Weg ins Krankenhaus zur weiteren Untersuchung.

Der Vorfall überschattete Dortmunds 3:2-Sieg gegen Villarreal und löste sofort eine Welle der Anteilnahme in der gesamten Fußballwelt aus. Karetsas, der im Sommer für rund 30 Millionen Euro von KRC Genk nach Dortmund gewechselt war, erlebte sein Champions-League-Debüt — und einen der erschreckendsten Momente der noch jungen Saison.

Was genau im Signal Iduna Park geschah

In der 24. Spielminute ereignete sich ein Vorfall, der das ausverkaufte Stadion in Schockstarre versetzte. Karetsas hatte soeben einen Pass gespielt, als er während einer Angriffsaktion plötzlich den Arm hob, auf den Rasen sank und sein Gesicht bedeckte. Laut dem offiziellen BVB-Spielbericht wurde er mehrere Minuten lang von zwei Ärzten behandelt, bevor er schließlich auf einer Trage vom Spielfeld getragen wurde.

Besonders beunruhigend: Es gab keinerlei Kontakt mit einem Gegenspieler. Karetsas sackte ohne jede Fremdeinwirkung zusammen. Die medizinischen Teams reagierten umgehend. Die Erstdiagnose lautete auf Schwindelgefühl infolge von Kreislaufproblemen. Der 18-Jährige wurde anschließend zur genaueren Abklärung in ein Dortmunder Krankenhaus gebracht.

Die Mannschaft war sichtlich erschüttert. Ethan Nwaneri wurde in der 27. Minute als Ersatz für Karetsas eingewechselt, doch die Gedanken der Spieler blieben beim abtransportierten Teamkollegen. Zum Zeitpunkt der Auswechslung stand es noch 0:0 — Dortmund drehte die Partie erst in der zweiten Halbzeit.

BVB-Stellungnahme: „Kosta geht es den Umständen entsprechend gut“

Borussia Dortmund veröffentlichte noch während des Spiels ein offizielles Statement: „Konstantinos Karetsas musste das Spielfeld aufgrund von Kreislaufproblemen verlassen. Kosta geht es den Umständen entsprechend gut und er ist auf dem Weg ins Krankenhaus für weitere Untersuchungen.“ Diese Erklärung wurde von internationalen Nachrichtenagenturen wie AP weltweit aufgegriffen.

BVB-Geschäftsführer Lars Ricken äußerte sich in der Mixed Zone nach dem Spiel besorgt. „Er hat sich schwach gefühlt aufgrund von Kreislaufproblemen. Es hat sich vorher nichts angedeutet“, sagte Ricken laut Berichten der Zeit. „Er ging zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus.“ Ricken betonte, dass der Vorfall völlig unerwartet kam — noch am Vortag hatte Karetsas individuell trainiert und galt als topfit.

Hummels geschockt: „Ist mir kalt den Rücken runtergelaufen“

Besonders emotional reagierte der ehemalige BVB-Verteidiger Mats Hummels, der als TV-Experte vor Ort war. Der 37-Jährige schilderte gegenüber Bild seinen Schockmoment: „Als dann die Ärzte nur den Oberkörper untersuchten und die Beine ignorierten, lief es mir eiskalt den Rücken herunter.“

Hummels, der zwischen 2008 und 2024 über 400 Pflichtspiele für den BVB absolvierte und Karetsas aus der Nähe kannte, fügte hinzu: „Ganz fiese Bilder, die man da sehen muss. Ich hoffe, dass es nur eine kleine Kreislaufschwäche war und nichts Größeres.“ Seine Worte verdeutlichten, wie nah die Szene dem gesamten Fußball ging — wenn erfahrene Profis so reagieren, zeigt das die Ernsthaftigkeit des Vorfalls.

Auch im Stadion waren die Reaktionen deutlich. Laut Kicker-Berichten machten sich auch die Mitspieler auf dem Platz „große Gedanken“ um ihren jungen Teamkollegen. Trainer Niko Kovac sprach nach dem Spiel davon, erleichtert zu sein, dass erste Nachrichten aus dem Krankenhaus positiv klangen.

Wer ist Konstantinos Karetsas? Der Weg vom Genk-Wunderkind zum BVB-Rekordeinkauf

Konstantinos Karetsas, geboren am 18. Februar 2008, ist ein griechischer Offensivspieler, der in Belgien aufwuchs und bei KRC Genk ausgebildet wurde. Er gilt als eines der größten Talente des europäischen Fußballs. Bei Genk durchlief er sämtliche Jugendmannschaften und debütierte bereits als 16-Jähriger in der belgischen Pro League, wo er mit seiner technischen Begabung, seiner Ballsicherheit und seinem außergewöhnlichen linken Fuß für Aufsehen sorgte.

Am 3. August 2026 vollzog Borussia Dortmund den Transfer — für eine Ablöse von 30 Millionen Euro plus bis zu 2 Millionen Euro an realistisch erreichbaren Bonuszahlungen, also ein Gesamtpaket von rund 32 Millionen Euro. Damit war Karetsas zum Zeitpunkt des Transfers der zweitteuerste Einkauf der BVB-Vereinsgeschichte. Der Spieler unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis 2031.

BVB-Geschäftsführer Lars Ricken hatte bei der Vorstellung des Neuzugangs klargemacht, warum Dortmund so tief in die Tasche griff: „Er bringt eine enorme Ballsicherheit mit. Das hat uns letzte Saison oft gefehlt. Vor allem im Umschaltspiel waren wir oft nicht sauber genug, haben Angriffe durch schlechte Ballkontrolle oder mangelnde Passqualität zerstört.“ Über Karetsas‘ Torgefahr sagte Ricken bewundernd: „Das sind die Situationen, da kannst du ihn nachts um 3 Uhr wecken, und er würde es trotzdem machen.“

Karetsas wurde außerdem griechischer Nationalspieler und galt als einer der spannendsten jungen Spieler des gesamten europäischen Fußballs. Das Champions-League-Spiel gegen Villarreal war sein fünfter Einsatz im BVB-Trikot — und sein erster in der Königsklasse.

Medical staff carry a stretcher across the pitch in a packed stadium

Karetsas‘ bisherige Saison bei Borussia Dortmund

WettbewerbEinsätzeHighlights
Champions League 2026/271 (8. September 2026 vs. Villarreal – Ausfall 24. Min.)Debüt, Kreislaufkollaps
Bundesliga 2026/274Tor gegen Arsenal im Freundschaftsspiel (August 2026); überzeugte mit Ballsicherheit und Spielintelligenz
KRC Genk (Belgische Pro League)Jugendspieler, Profi-Debüt mit 16Durchbruch in der Jugendakademie, griechischer Nationalspieler

Dortmund dreht das Spiel nach dem Schock: 3:2 gegen Villarreal

Trotz des Schocks über den Karetsas-Vorfall musste Borussia Dortmund das Champions-League-Spiel weiterspielen. Die erste Halbzeit war sichtbar von der Verunsicherung geprägt — dem BVB fehlte die Dringlichkeit und die Präsenz, wie es im offiziellen Spielbericht hieß. Ethan Nwaneri, der als Leihgabe von Arsenal in Dortmund spielt, ersetzte Karetsas und fügte sich ordentlich ein.

In der zweiten Halbzeit drehte Dortmund auf. Ein Eigentor von Villarreals Renato Veiga brachte den BVB in Führung. Anschließend erzielte Stürmer Serhou Guirassy einen Doppelpack, um das Spiel mit 3:2 für Dortmund zu entscheiden. Villarreal hatte zwischenzeitlich ausgeglichen und sogar in Führung gelegen, doch die Dortmunder Schlussoffensive in den letzten Spielminuten sicherte den Sieg zum Champions-League-Auftakt.

Die Erleichterung im Stadion war greifbar — nicht nur wegen des sportlichen Erfolgs, sondern vor allem wegen der ersten positiven Nachrichten über Karetsas‘ Zustand. Doch der Sieg rückte angesichts der Sorge um den 18-Jährigen in den Hintergrund. „Das Spiel war zweitrangig heute“, fasste es ein BVB-Verantwortlicher zusammen.

Kreislaufkollapase im Fußball: Warum solche Vorfälle so ernst genommen werden

Der Zusammenbruch von Karetsas weckte unweigerlich Erinnerungen an ähnliche Vorfälle im professionellen Fußball. Der bekannteste Fall der jüngeren Geschichte ist der Herzstillstand des Dänen Christian Eriksen während des EM-Spiels Dänemark gegen Finnland am 12. Juni 2021 in Kopenhagen. Eriksen brach damals ohne Vorwarnung auf dem Spielfeld zusammen und musste reanimiert werden. Dank des schnellen Einsatzes der medizinischen Teams und eines Defibrillators überlebte er und kehrte schließlich zum Profifußball zurück.

Auch der Fall des kamerunischen Nationalspielers Marc-Vivien Foé, der am 26. Juni 2003 während eines Confederations-Cup-Halbfinals zusammenbrach und trotz Wiederbelebungsversuchen verstarb, bleibt im kollektiven Gedächtnis des Fußballs verankert. Ebenso der tragische Tod des italienischen Spielers Davide Astori, der im März 2018 im Schlaf an einem Herzstillstand verstarb.

Diese Vorfälle haben dazu geführt, dass die UEFA und nationale Verbände die medizinischen Protokolle drastisch verschärft haben. Defibrillatoren sind heute bei jedem Profispiel Pflicht, die medizinischen Teams wurden aufgestockt, und regelmäßige Herzuntersuchungen gehören zum Standard. Der Karetsas-Fall zeigt jedoch, dass Kreislaufprobleme trotz aller Vorsorge auftreten können — und wie wichtig schnelle Reaktionszeiten sind.

Was über Karetsas‘ Gesundheitszustand bekannt ist

Stand 9. September 2026 liegen noch keine abschließenden Untersuchungsergebnisse vor. Der BVB teilte mit, dass Karetsas sich „den Umständen entsprechend gut“ fühle und im Krankenhaus weiteren Tests unterzogen werde. Die Erstdiagnose deutet auf Kreislaufprobleme hin, die zu Schwindelgefühl und dem anschließenden Zusammenbruch führten.

Lars Ricken betonte, dass sich vor dem Spiel nichts angedeutet habe. Am Montag, dem 7. September, hatte Karetsas zwar individuell trainiert statt am Mannschaftstraining teilzunehmen, doch dies geschah laut Kovac aus Gründen der Belastungssteuerung: „Es kann ja ab und zu vorkommen, dass wir den einen oder anderen im Kabinentrakt oder im Kraftraum regenerieren lassen. Beide sind topfit und Optionen für das Spiel“, hatte Kovac am Montag noch über Karetsas und Daniel Svensson gesagt.

Dass der Vorfall dann nur 24 Stunden später eintrat, macht die Situation umso rätselhafter. Die kommenden Tage werden zeigen, ob eine tieferliegende Ursache vorliegt oder ob es sich tatsächlich um einen einmaligen Kreislaufvorfall handelte. Der BVB kündigte an, die Ergebnisse der Untersuchungen zu gegebener Zeit zu kommunizieren.

Reaktionen aus der Fußballwelt

Die Anteilnahme war gewaltig. In den sozialen Medien wünschten Fans, Spieler und Vereine aus ganz Europa dem jungen Griechen eine schnelle Genesung. Der Vorfall wurde weltweit von großen Sportmedien aufgegriffen — von ESPN über AP bis hin zur Bundesliga.com, die in einem ausführlichen Bericht die Fakten zusammenfasste.

Auch in Griechenland sorgte der Zusammenbruch für große Besorgnis. Griechische Medien berichteten ausführlich über den Vorfall, da Karetsas als eines der größten griechischen Fußballtalente der jüngeren Generation gilt. Die griechische Fußballföderation äußerte ebenfalls ihre Unterstützung für den Spieler.

Innerhalb der Bundesliga löste die Nachricht ebenfalls Bestürzung aus. Anton Kade, der junge Augsburger Mittelfeldspieler, der zuletzt mit seinem starken Auftritt gegen Schalke auf sich aufmerksam gemacht hatte, sendete über soziale Medien Genesungswünsche. Die Solidarität über Vereinsgrenzen hinweg zeigte einmal mehr, dass bei medizinischen Notfällen Rivalitäten keine Rolle spielen.

Wie es für den BVB und Karetsas weitergeht

Borussia Dortmund steht nun vor der schwierigen Aufgabe, sowohl sportlich als auch menschlich mit der Situation umzugehen. Karetsas war als einer der Schlüsselspieler für die Saison eingeplant — sein Ausfall, egal wie lang, trifft den BVB empfindlich. In der Offensive hatte Trainer Kovac mit Karetsas, Ethan Nwaneri und Maximilian Beier hinter Mittelstürmer Serhou Guirassy eine flexible Angriffsreihe aufgebaut.

Die nächsten Tage werden entscheidend sein: Zunächst müssen die medizinischen Untersuchungen abgeschlossen werden, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Erst dann kann über einen möglichen Zeitplan für eine Rückkehr gesprochen werden. Bei Kreislaufproblemen reicht das Spektrum von harmlosen Ursachen wie Dehydrierung oder Blutdruckabfall bis hin zu ernsteren kardiologischen Befunden, die eine längere Pause erfordern würden.

In der Bundesliga steht für Dortmund am Wochenende der 4. Spieltag an. Ob Karetsas dann bereits wieder zur Verfügung steht, erscheint angesichts der Umstände fraglich. Der BVB verfügt mit Spielern wie Nwaneri, Marcel Sabitzer und Felix Nmecha über Alternativen, doch die besondere Qualität des Griechen — seine Ballsicherheit, sein linker Fuß, seine Spielintelligenz — ist schwer zu ersetzen.

Die Gesundheit des 18-Jährigen hat absoluten Vorrang. Der BVB hat signalisiert, keinerlei Risiko eingehen zu wollen. „Wir hoffen natürlich, dass es ganz, ganz schnell besser wird und dass es nichts Ernsthaftes ist“, sagte ein BVB-Offizieller nach dem Spiel. Die gesamte Fußballwelt wird die Nachrichten aus dem Krankenhaus in Dortmund in den kommenden Stunden und Tagen aufmerksam verfolgen.

Sources

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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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