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HSV erhält Genehmigung für Volksparkstadion-Ausbau auf über 60.000 Plätze
Zusammenfassung
Der Hamburger SV hat am 8. September 2026 die Genehmigung für den Volksparkstadion-Ausbau auf über 60.000 Plätze erhalten. Baubeginn ist Oktober 2026.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Drei Phasen: Vom A-Rang bis zur kompletten Erweiterung
- 2 Finanzierung durch den HSV Supporters Trust
- 3 Chronologie: Vom Planungsbeginn bis zur Genehmigung
- 4 Warum gerade jetzt? Der HSV zurück in der Bundesliga
- 5 Sportlich holpriger Start: Zwei Spiele, null Siege
- 6 Ergebnisse des HSV zu Saisonbeginn 2026/27
- 7 Kein Umzug: Huwer schließt Olympiastadion-Option aus
- 8 Einordnung: Wie der HSV im Bundesliga-Vergleich dasteht
- 9 Fans als Investoren: Das Modell des Supporters Trust
- 10 Ausblick: Was als Nächstes passiert
- 11 Sources
Der Hamburger SV hat am Dienstag, dem 8. September 2026, die behördliche Genehmigung für den Ausbau des Volksparkstadions erhalten. Die Kapazität der Arena soll in mehreren Bauabschnitten von derzeit rund 57.000 auf mehr als 60.000 Plätze erweitert werden, wobei die ersten Umbauarbeiten bereits im Oktober 2026 beginnen sollen. Das Projekt wird über den neu gegründeten HSV Supporters Trust finanziert, eine Fan-Genossenschaft, die Anteile an der Fußball-AG des Vereins erwirbt und die Erlöse gezielt in die Stadioninfrastruktur investiert.
Die Nachricht kommt zu einem symbolisch aufgeladenen Zeitpunkt: Der HSV ist nach Jahren im Unterhaus zurück in der Bundesliga, spielt erstmals seit seiner Rückkehr vor ausverkauftem Haus im Volkspark — und will mit einem größeren Stadion ein deutliches Zeichen für die Zukunft setzen. HSV-Präsident Henrik Köncke erklärte in einem Vereinsinterview: „Nach den entsprechenden Genehmigungen soll mit der Kapazitätserweiterung unmittelbar begonnen und im Laufe der kommenden Saison eine Kapazität von mehr als 58.000 Fans im Volksparkstadion erreicht werden.“ Langfristig seien über 60.000 Plätze das Ziel, so Köncke weiter.
Drei Phasen: Vom A-Rang bis zur kompletten Erweiterung
Der Ausbau des Volksparkstadions erfolgt laut Vereinsangaben in drei klar definierten Schritten. Im ersten Bauabschnitt, der im Oktober 2026 startet, wird der sogenannte A-Rang erweitert — jener Bereich, der dem Spielfeld am nächsten liegt. Durch die Optimierung der Auf- und Abgänge sowie die Installation zusätzlicher Sitze in den Zwischenbereichen zwischen den Blöcken sollen zunächst rund 1.000 weitere Plätze entstehen.
In der zweiten Phase werden die gleichen Maßnahmen auf den B-Rang und den C-Rang übertragen. Auch hier sollen Treppen- und Gangbereiche effizienter gestaltet und für zusätzliche Sitzplätze genutzt werden. Die dritte und aufwendigste Phase sieht eine strukturelle Erweiterung des A-Rangs in Richtung Spielfeld vor — ein Eingriff, der eine umfassendere Baumaßnahme erfordert und das Fassungsvermögen schließlich auf die angestrebten mehr als 60.000 Zuschauer bringen soll.
Entscheidend ist der Zeitplan: Die Arbeiten sollen ausschließlich zwischen den Heim- und Auswärtsspielen der Männer- und Frauenteams stattfinden, um den laufenden Spielbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Der Verein betonte in seiner offiziellen Mitteilung, man wolle „einen reibungslosen Spielbetrieb sicherstellen“. Die Sport-Bild berichtete im April 2026, dass der HSV den gesamten Ausbau innerhalb von 18 bis 24 Monaten abschließen wolle.
Finanzierung durch den HSV Supporters Trust
Die Finanzierung des Stadionausbaus erfolgt über den HSV Supporters Trust, ein im Jahr 2026 gegründetes Genossenschaftsmodell. Fans können Anteile an der HSV Fußball AG erwerben, deren Erlöse direkt in konkrete Stadionprojekte fließen. Zum Auftakt wurden 18.870 Anteile aufgelegt — eine Zahl, die sich laut Vereinsangaben an den konkreten, von Vorstand Eric Huwer definierten Stadionprojekten orientiert.
Huwer selbst erklärte, die Maßnahmen seien darauf ausgelegt, „das Stadionerlebnis für alle spürbar zu verbessern“. Neben der reinen Kapazitätserhöhung umfassen die Pläne laut der offiziellen HSV-Mitteilung auch verbesserte sanitäre Anlagen, optimierte Sichtlinien von den Tribünen und eine Modernisierung des Cateringbereichs.
Bereits im Januar 2026 hatte Huwer gegenüber dem Spiegel die Ernsthaftigkeit der Pläne betont: „Wir prüfen es ernsthaft. Bis zum Ende des ersten Quartals wollen wir sehen, was möglich ist.“ Eine Machbarkeitsstudie wurde damals in Auftrag gegeben. Der NDR berichtete im selben Monat, die geschätzten Kosten lägen im „hohen siebenstelligen bis achtstelligen Eurobereich“ — eine präzisere Summe wurde seitens des Vereins bislang nicht kommuniziert.
Chronologie: Vom Planungsbeginn bis zur Genehmigung
Die Idee einer Stadionerweiterung begleitet den HSV seit seiner Rückkehr in die Bundesliga. Hier die wichtigsten Meilensteine des Projekts:
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 8. September 2026 | Behördliche Genehmigung erteilt; offizieller Startschuss für den Ausbau |
| 31. Mai 2026 | MOPO berichtet über Drei-Phasen-Plan: Erweiterung auf 60.000 in drei Schritten |
| April 2026 | HSV Supporters Trust gegründet; Präsident Köncke kündigt kurzfristiges Ziel von 58.000 an |
| 31. Januar 2026 | HSV gibt Machbarkeitsstudie in Auftrag; Vorstand Huwer bestätigt ernsthafte Prüfung |
Warum gerade jetzt? Der HSV zurück in der Bundesliga
Der Zeitpunkt der Genehmigung ist kein Zufall. Der Hamburger SV spielt in der Saison 2026/27 erstmals wieder in der Fußball-Bundesliga und erlebt einen enormen Ansturm auf die Tickets. Beim Saisonauftakt am 29. August 2026 reiste der HSV zu Borussia Dortmund, wo 81.365 Zuschauer den Signal Iduna Park füllten. Das Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 6. September 2026 war mit 57.000 Zuschauern ebenfalls ausverkauft — die maximale Kapazität des Volksparkstadions.
Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Genau hier setzt das Erweiterungsprojekt an: Mehr Kapazität bedeutet nicht nur mehr Einnahmen an Spieltagen, sondern auch die Möglichkeit, der treuen Fanbasis des HSV — einer der größten in Deutschland — gerecht zu werden. Bereits die durchschnittliche Auslastung in den ersten beiden Spieltagen beläuft sich auf rund 79 Prozent, wobei Heimspiele regelmäßig ausverkauft sind.

Sportlich holpriger Start: Zwei Spiele, null Siege
Während die Infrastrukturpläne Zuversicht verbreiten, läuft es auf dem Rasen für den HSV bislang weniger rund. Am 1. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27 verlor die Mannschaft am 29. August 2026 mit 0:2 bei Borussia Dortmund. Serhou Guirassy brachte den BVB bereits in der 9. Minute in Führung, Konstantelias erhöhte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit auf 2:0. Der HSV konnte im zweiten Durchgang nicht mehr entscheidend zurückschlagen.
Beim Heimdebüt am 2. Spieltag am 6. September 2026 gegen Mainz 05 vor ausverkauftem Volksparkstadion endete die Partie torlos 0:0. Die Mannschaft zeigte sich defensiv deutlich stabiler als noch in Dortmund, konnte offensiv aber zu wenig Durchschlagskraft entwickeln. Nach zwei Spieltagen steht der HSV mit einem Punkt auf einem enttäuschenden Platz im Tabellenmittelfeld — ein Ergebnis, das angesichts der hohen Erwartungen nach dem Aufstieg für Gesprächsstoff sorgt.
Ergebnisse des HSV zu Saisonbeginn 2026/27
| Spieltag | Datum | Partie | Ergebnis | Zuschauer |
|---|---|---|---|---|
| 2 | 6. September 2026 | HSV – 1. FSV Mainz 05 | 0:0 | 57.000 |
| 1 | 29. August 2026 | Borussia Dortmund – HSV | 2:0 | 81.365 |
Am kommenden 3. Spieltag (11.–13. September 2026) gastiert der HSV bei RB Leipzig, bevor am 4. Spieltag (18.–20. September 2026) der 1. FC Köln im Volkspark empfangen wird. Gerade das Heimspiel gegen Köln dürfte mit Blick auf die Tabellensituation richtungsweisend werden.
Kein Umzug: Huwer schließt Olympiastadion-Option aus
Im Zusammenhang mit den Ausbauplänen wurde in Hamburg auch die Frage diskutiert, ob ein Umzug in ein neues Stadion nicht die bessere Alternative wäre. HSV-Vorstand Eric Huwer erteilte dieser Idee auf einer Vereinsversammlung im Februar 2026 eine klare Absage. „Kein Mensch bei uns denkt darüber nach, in ein Olympiastadion einzuziehen, wo wir nicht nah dran wären“, stellte Huwer laut der Hamburger Morgenpost klar. Das einzige Szenario, in dem ein neues Stadion denkbar wäre, sei ein Neubau direkt neben dem bestehenden Volksparkstadion — eine Option, die derzeit jedoch nicht auf der Agenda stehe.
Diese Haltung unterstreicht die Bedeutung des Volksparkstadions als identitätsstiftenden Ort für den Verein und seine Fans. Der Volkspark ist seit 1963 Heimat des HSV, wurde zur Weltmeisterschaft 2006 umgebaut und ist einer der traditionsreichsten Standorte im deutschen Profifußball. Die Erweiterung soll diese Geschichte fortschreiben, anstatt an einem neuen Standort ganz von vorn zu beginnen.
Einordnung: Wie der HSV im Bundesliga-Vergleich dasteht
Mit einer Erweiterung auf über 60.000 Plätze würde das Volksparkstadion in der Gruppe der größten Stadien der Bundesliga weiter nach oben rücken. Zum Vergleich: Der Signal Iduna Park in Dortmund fasst 81.365 Zuschauer, die Allianz Arena in München bietet Platz für rund 75.000, und das Olympiastadion in Berlin kommt auf etwa 74.475 Zuschauer. Das Volksparkstadion mit dann über 60.000 Plätzen würde sich in der oberen Hälfte der Liga-Stadien bewegen — ein Niveau, das dem Anspruch des HSV als Traditionsverein mit bundesweiter Strahlkraft entspricht.
Die durchschnittliche Zuschauerzahl des HSV in der laufenden Saison liegt laut footballcritic.com bei etwa 45.160 bei einer Auslastung von 79 Prozent. Zum Heimspiel gegen Mainz kamen allerdings 57.000 Zuschauer — ein ausverkauftes Haus. Die Erwartung ist, dass mit dem Aufstieg und der Euphorie die Nachfrage das aktuelle Angebot dauerhaft übersteigt, was den wirtschaftlichen Sinn der Erweiterung untermauert.
Fans als Investoren: Das Modell des Supporters Trust
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist das Finanzierungsmodell. Der HSV Supporters Trust ermöglicht es Fans, direkt in die Infrastruktur ihres Vereins zu investieren, indem sie Anteile an der HSV Fußball AG erwerben. Die erste Tranche umfasst 18.870 Anteile, deren Erlöse ausschließlich in die von Vorstand Huwer definierten Stadionprojekte fließen.
Dieses Modell ist in der Bundesliga ungewöhnlich. Während andere Vereine auf externe Investoren oder kommunale Fördermittel setzen, bindet der HSV seine eigene Fanbasis in die Finanzierung ein. Köncke bezeichnete den Supporters Trust als „einen ersten wichtigen Schritt“ für die Weiterentwicklung des Stadions. Der Ansatz gibt den Fans nicht nur eine emotionale, sondern auch eine finanzielle Beteiligung an der Zukunft ihres Vereins — ein Konzept, das in der Tradition der 50+1-Regel steht und die Mitbestimmung der Mitglieder stärkt.
Parallel zum Stadionausbau wurden bereits weitere Modernisierungsmaßnahmen im Volksparkstadion abgeschlossen oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Huwer erklärte dazu: „Die Arbeiten an der Soundanlage und der Beleuchtung sind größtenteils abgeschlossen und das Dach ist fast fertig.“ Auch neue Sanitäranlagen und eine Erweiterung des Rollstuhlbereichs sind Teil des Gesamtpakets.
Ausblick: Was als Nächstes passiert
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell der HSV die erste Bauphase vorantreiben kann. Der Baubeginn ist für Oktober 2026 geplant, und der Verein hat betont, die Arbeiten zwischen den Spieltagen durchzuführen. Konkret bedeutet das: Zwischen dem Heimspiel am 4. Spieltag gegen den 1. FC Köln (18.–20. September) und den folgenden Partien könnten die ersten sichtbaren Veränderungen am A-Rang beginnen.
Kurzfristig peilt der Verein an, noch in der laufenden Saison 2026/27 die Kapazitätsgrenze auf über 58.000 Zuschauer zu heben. Mittelfristig — innerhalb von 18 bis 24 Monaten, wie die Sport-Bild im April berichtete — soll das volle Ausbauziel von über 60.000 Plätzen erreicht sein. Für die Bundesliga-Saison 2028/29 könnte das Volksparkstadion dann in seinem neuen Gewand erstrahlen.
Sportlich muss der HSV allerdings zunächst auf dem Platz liefern. Ein Punkt aus zwei Spielen ist kein Desaster, aber deutlich unter den Erwartungen einer Mannschaft, die den Aufstieg als Sprungbrett für eine langfristige Bundesliga-Zugehörigkeit nutzen will. Die kommenden Partien gegen RB Leipzig und den 1. FC Köln werden zeigen, ob die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin das Potenzial hat, die sportliche Ambition mit den infrastrukturellen Plänen in Einklang zu bringen.
Der Ausbau des Volksparkstadions ist mehr als ein Bauprojekt: Er ist ein Statement. Der HSV will nicht nur in der Bundesliga mitspielen, sondern sich als einer der großen Standorte im deutschen Fußball neu positionieren. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich in den kommenden Monaten auf und neben dem Platz entscheiden.
Sources
- Über 60.000 Fans: HSV startet Ausbau des Volksparkstadions! — mopo.de
- HSV baut Volksparkstadion aus — sport1.de
- Ausbau des Volksparkstadions — sport.sky.de
- HSV: Grünes Licht für Volksparkstadion-Erweiterung ab Oktober — bild.de
- HSV erhält Genehmigung für Stadionausbau: Wann und wie es losgehen soll — abendblatt.de
Photo: Reinhard Kraasch, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons



