Ritsu Doan verlässt Eintracht Frankfurt: Wechsel zu Al-Ittihad für 17 Millionen Euro am Deadline Day

Zusammenfassung

Ritsu Doan verlässt Eintracht Frankfurt am Deadline Day für rund 17 Millionen Euro zu Al-Ittihad. Der japanische Nationalspieler war bis 2030 gebunden.

8 Min. Lesezeit
Geprüft von Paul Neumann

Der japanische Nationalspieler Ritsu Doan verlässt am 31. August 2026 – dem letzten Tag des Sommer-Transferfensters – Eintracht Frankfurt in Richtung Saudi-Arabien. Nach Informationen des kicker haben sich die Hessen und der saudi-arabische Erstligist Al-Ittihad auf eine Ablösesumme von rund 17 Millionen Euro geeinigt. Der 28-jährige Flügelstürmer war noch bis 2030 an den Bundesliga-Klub gebunden – der Transfer gilt damit als Verlustgeschäft für Frankfurt.

Einigung auf dem letzten Drücker: Was hinter dem Deal steckt

Laut Transfermarkt.de und dem kicker wurde die Einigung zwischen Eintracht Frankfurt und Al-Ittihad am 31. August 2026 gegen Mittag erzielt. Demnach bringt der Wechsel des 28-Jährigen rund 17 Millionen Euro in die Kassen der Frankfurter – eine Summe, die unterhalb der Erwartungen liegt. Da Doan erst im Sommer 2024 für eine kolportierte Ablöse in der Spitze von mehr als 20 Millionen Euro vom SC Freiburg nach Frankfurt gewechselt war, sprechen Medien von einem Minusgeschäft für die Hessen. Abschließende Formalitäten standen zum Zeitpunkt der Berichte noch aus; eine offizielle Bestätigung von Vereinsseite lag zunächst nicht vor.

Transfermarkt.de schrieb auf seinem Nachrichtenportal: „Der am Main bis 2030 gebundene Ritsu Doan steht vor dem Abschied von Eintracht Frankfurt.“ Weiter hieß es, dass die Einigung mit Al-Ittihad zustande gekommen sei, aber die finalen Papiere noch unterzeichnet werden müssten. Der Transfer ist damit zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht offiziell bestätigt – er gilt jedoch als so gut wie sicher.

Wer ist Ritsu Doan? Karriere und Biografie des japanischen Stürmers

Ritsu Doan wurde am 16. Mai 1998 in Iga, Japan, geboren und gilt als einer der talentiertesten japanischen Fußballer seiner Generation. Der 1,73 Meter große Rechtsfuß begann seine Karriere beim Gamba Osaka in der J1 League, bevor er 2017 den Sprung nach Europa wagte. Sein erster europäischer Klub war FC Groningen in den Niederlanden, wo er sich schnell als gefährlicher Flügelstürmer etablierte.

Im Sommer 2021 wechselte Doan zum deutschen Bundesligisten PSV Eindhoven – allerdings nur auf Leihbasis. Anschließend kehrte er nach Deutschland zurück und schloss sich dem SC Freiburg an, wo er unter Trainer Christian Streich zur absoluten Stammkraft wurde und mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machte. Beim Sport-Club erzielte er in der Bundesliga regelmäßig wichtige Tore und bereitete zahlreiche weitere vor. Sein Marktwert stieg in dieser Zeit erheblich an. Im Sommer 2024 folgte dann der nächste Schritt: der Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

Doans Zeit bei Eintracht Frankfurt: Leistungen und Erwartungen

Bei Eintracht Frankfurt konnte Doan die in ihn gesetzten Erwartungen nur teilweise erfüllen. In seiner ersten Saison an der Seite von Stars wie Omar Marmoush und Hugo Ekitiké zeigte er solide Leistungen, blieb aber hinter seinem vollen Potenzial zurück. Verletzungen und eine wechselhafte Form machten es ihm schwer, über einen langen Zeitraum konstant zu performen.

Trainer Dino Toppmöller setzte Doan in der Saison 2024/25 regelmäßig ein, doch der erhoffte Durchbruch als absoluter Schlüsselspieler blieb aus. In der laufenden Spielzeit 2025/26 deuteten Berichte bereits früh an, dass Doan nicht unbedingt gesetzt sei. Die Einigung mit Al-Ittihad auf Deadline Day legt nahe, dass Frankfurt bereit war, den Japaner abzugeben – selbst zu einem Preis, der unter den ursprünglichen Erwartungen liegt.

Für die weitere Berichterstattung über Frankfurts Transferaktivitäten in diesem Sommer ist auch der Artikel über Noah Atubolu, der leihweise zu Eintracht Frankfurt wechselte, relevant – ein weiterer Deadline-Day-Deal, der zeigt, wie aktiv die Hessen am letzten Tag des Transferfensters waren.

Al-Ittihad: Ambitionierter Saudi-Klub auf Einkaufstour

Al-Ittihad aus Dschidda ist einer der renommiertesten Vereine der Saudi Pro League und hat in den vergangenen Jahren massiv in hochkarätige Spieler investiert. Zu den bekanntesten früheren Zugängen zählen Weltfußballer wie Karim Benzema und N’Golo Kanté. Mit Doan würde der Klub einen der bekanntesten japanischen Spieler Europas verpflichten – ein Transfer, der auch in Asien für Aufmerksamkeit sorgen dürfte.

Die Saudi Pro League hat sich in den letzten Jahren als ernstzunehmende Destination für europäische Topspieler etabliert. Neben Al-Ittihad sind auch Al-Hilal, Al-Nassr und Al-Ahli aggressiv auf dem Transfermarkt aktiv. Die finanziellen Mittel der saudi-arabischen Klubs – gespeist durch staatliche Investitionsfonds – ermöglichen es ihnen, Spieler mit lukrativen Gehaltspaketen anzulocken, die europäische Klubs nicht mitbieten können.

Auch das Thema des saudi-arabischen Transfermarkts ist kein Einzelfall in diesem Sommer. Wie bereits in der Berichterstattung über Werder Bremen deutlich wurde, verändert die massive Kaufkraft aus der Golfregion die Transfers in der Bundesliga spürbar.

Ritsu Doan in action during a Bundesliga match at a floodlit stadium

Was bedeutet der Abgang für Eintracht Frankfurt?

Der mögliche Abgang von Ritsu Doan hinterlässt eine Lücke im Frankfurter Kader – sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Als Außenstürmer war Doan eine Option für die Offensive, die nun kurzfristig ersetzt werden müsste. Da der Deadline Day am 31. August 2026 um 20 Uhr Ortszeit endete, bleibt Frankfurt kaum Zeit, einen Nachfolger zu verpflichten.

Sportlich muss Eintracht Frankfurt in der laufenden Bundesliga-Saison 2026/27 ohne Doan auskommen, sollte der Transfer final abgeschlossen werden. Der Klub steht damit vor der Herausforderung, das Kader-Gleichgewicht zu wahren und die Breite im Angriff zu sichern. Gleichwohl winken Frankfurt durch die 17-Millionen-Euro-Ablöse liquide Mittel, die im Winter-Transferfenster oder für die Saison 2027/28 reinvestiert werden könnten.

Deadline Day 2026: Bundesliga-Transfers im Überblick

Der 31. August 2026 war ein ereignisreicher Tag für die Bundesliga. Das Sommer-Transferfenster der deutschen Beletage schloss um 20 Uhr MEZ – eine Stunde früher als das Fenster in der Premier League, der Serie A und der La Liga, die erst am 1. September schlossen. Laut dem offiziellen Bundesliga-Transferzentrum war der gesamte Sommer geprägt von intensiver Aktivität, wobei mehrere Klubs noch bis zur letzten Stunde verhandelten.

Zu den weiteren nennenswerten Deadline-Day-Bewegungen zählten Berichte über mögliche Leih-Abgänge und Neuzugänge bei mehreren Bundesliga-Klubs. Der Doan-Transfer zu Al-Ittihad ist dabei einer der finanziell bedeutendsten Abgänge eines Bundesliga-Spielers in Richtung Saudi-Arabien an diesem Tag.

MerkmalDetails
SpielerRitsu Doan
Geburtsdatum16. Mai 1998 (28 Jahre)
GeburtsortIga, Japan
Abgebender VereinEintracht Frankfurt
Aufnehmender VereinAl-Ittihad (Saudi-Arabien)
Kolportierte Ablöseca. 17 Millionen Euro
Vertragslaufzeit bei Frankfurtbis 2030
Status (31.08.2026)Einigung erzielt, Formalitäten ausstehend
Berichtende Quellekicker / Transfermarkt.de

Japans Nationalspieler in Europa: Doans Bedeutung für die Samurai Blue

Ritsu Doan ist für die japanische Nationalmannschaft, die Samurai Blue, ein wichtiger Baustein. Er nahm unter anderem an der FIFA Weltmeisterschaft 2022 in Katar teil, wo Japan für eine der größten Überraschungen des Turniers sorgte: Die Asiaten bezwangen sowohl Deutschland als auch Spanien in der Gruppenphase und erreichten das Achtelfinale. Doan selbst erzielte im legendären Spiel gegen Deutschland den 1:1-Ausgleich und bewies damit internationale Klasse auf der größten Bühne des Fußballs.

Auch bei der WM 2026 in Nordamerika – die erst wenige Monate vor dem aktuellen Transfer stattfand – war Doan Teil des japanischen Aufgebots. Ein Wechsel in die Saudi Pro League wirft nun Fragen auf, inwiefern sich dieser Schritt auf seinen Status in der Nationalmannschaft auswirken könnte. Historisch gesehen wurden Spieler aus der saudischen Liga von einigen Nationaltrainern zurückhaltender nominiert, da das Niveau als geringer eingeschätzt wird als das der Top-5-Ligen Europas. Japans Nationaltrainer wird diese Entwicklung sorgfältig beobachten müssen.

Reaktionen und Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag noch keine offizielle Stellungnahme von Eintracht Frankfurt, Al-Ittihad oder dem Spieler selbst vor. Sowohl der kicker als auch Transfermarkt.de berichteten auf Basis ihrer Quellen, dass die Verhandlungen abgeschlossen seien und nur noch die finalen Dokumente unterzeichnet werden müssten. Sollte der Transfer bis 20 Uhr MEZ am 31. August offiziell über die Bühne gehen, wäre er für die Saison 2026/27 gültig.

Für Eintracht Frankfurt und den deutschen Fußball insgesamt unterstreicht dieser Transfer einmal mehr den wachsenden Einfluss der Saudi Pro League auf den europäischen Transfermarkt. Klubs aus der Bundesliga verlieren zunehmend Spieler an die finanzkräftigen arabischen Ligen – eine Entwicklung, die in den kommenden Jahren noch an Dynamik gewinnen dürfte. Ob Frankfurt die 17 Millionen Euro sinnvoll reinvestieren kann, wird eine der spannenden Fragen der Winterwechselperiode 2027 sein.

Für Interessierte am deutschen Transfergeschehen ist auch der Bericht über Anton Kade und seine aufsteigende Rolle im deutschen Fußball lesenswert – ein Kontrastprogramm zu den Abgängen in die Golfregion.

Einordnung: Bundesliga als Exportliga für die Saudi Pro League

Der potenzielle Wechsel von Ritsu Doan reiht sich in eine längere Liste von Bundesliga-Spielern ein, die in den vergangenen zwei Jahren den Schritt in die Saudi Pro League gewagt haben. Der massive Geldzufluss durch den Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens hat die Liga in kurzer Zeit zu einem ernsthaften Konkurrenten für europäische Spitzenklubs gemacht – auch wenn das sportliche Niveau noch deutlich unter dem der Champions-League-Klubs liegt.

Besonders bemerkenswert: Während Spieler in ihrer absoluten Hochphase früher selten nach Saudi-Arabien wechselten, sind es nun auch Profis in der Altersgruppe 26 bis 30 Jahre, die den Schritt wagen. Doan ist mit 28 Jahren in einem Alter, in dem er in Europa noch mehrere Top-Klubs hätte interessieren können. Sein Wechsel zu Al-Ittihad dürfte primär finanziell motiviert sein.

Hinweis zum aktuellen Stand: Zum Zeitpunkt der Berichterstattung (31. August 2026, Mittag) war der Transfer von Ritsu Doan zu Al-Ittihad noch nicht offiziell bestätigt. Die Informationen stammen von kicker und Transfermarkt.de, die von einer erzielten Einigung berichten. Eine abschließende Bestätigung durch die beteiligten Vereine stand noch aus. Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald eine offizielle Bestätigung vorliegt.

Sources

Photo: Amir Ostovari, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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