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Klopp beruft 44 Spieler: Erstes DFB-Aufgebot mit 16 Debütanten
Zusammenfassung
Jürgen Klopp nominiert 44 Spieler in zwei Kadern für sein erstes DFB-Aufgebot am 17. September 2026 – 16 Debütanten, Undav und Sané fehlen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Zwei Kader statt einem: Wie Klopp die Nations League zur Sichtung nutzt
- 2 Klopps Ansage: „Positiver Patriotismus“ statt Nationalstolz für Extremisten
- 3 Wer fehlt: Undav, Sané und die Kimmich-Frage
- 4 Der Weg zu Klopp: Nagelsmanns Rücktritt nach dem WM-Debakel
- 5 Die Spieltermine im Überblick
- 6 Reaktionen und Einordnung
- 7 Was als Nächstes zählt
- 8 Sources
Bundestrainer Jürgen Klopp hat am Donnerstag, 17. September 2026, bei einer Pressekonferenz auf dem DFB-Campus in Frankfurt sein erstes Aufgebot als deutscher Nationaltrainer bekanntgegeben — und dabei gleich für einen Rekord gesorgt: 44 Spieler, aufgeteilt in zwei getrennte Kader, für die kommenden vier Partien der UEFA Nations League gegen die Niederlande, Griechenland (zweimal) und Serbien. 16 der berufenen Spieler stehen erstmals im Seniorenkader der Nationalmannschaft, wie mehrere internationale Nachrichtenagenturen, darunter Xinhua und AFP, übereinstimmend berichteten.
Direkte Antwort: Jürgen Klopp, seit 24. Juli 2026 Nachfolger von Julian Nagelsmann als Bundestrainer, nominierte am 17. September 2026 in Frankfurt 44 Spieler in zwei getrennten Kadern für die ersten vier Nations-League-Partien der neuen Saison. 16 Spieler erhielten dabei ihre erste Berufung in die A-Nationalmannschaft, während Stammspieler wie Deniz Undav und Leroy Sané fehlen. Bei der Vorstellung sprach Klopp zudem über „positiven Patriotismus“ und davon, den Nationalstolz „von den falschen Leuten“ zurückzuholen — eine Anspielung, die von mehreren Medien mit dem jüngsten Wahlerfolg der AfD in Verbindung gebracht wurde.
Zwei Kader statt einem: Wie Klopp die Nations League zur Sichtung nutzt
Statt eines einzelnen 23-Mann-Kaders teilte Klopp seine Nominierung in zwei separate Gruppen auf. Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, ist die erste Gruppe für die Partie bei den Niederlanden am 24. September 2026 in Amsterdam sowie das Heimspiel gegen Griechenland am 27. September 2026 in Augsburg vorgesehen. Die zweite Gruppe soll dann beim Heimspiel gegen Serbien am 1. Oktober 2026 in München und beim Rückspiel in Griechenland am 4. Oktober 2026 in Thessaloniki zum Einsatz kommen.
Zur ersten Gruppe zählen laut übereinstimmenden Berichten von ESPN und dem Fachportal Get German Football News etablierte Spieler wie Kai Havertz, Jamal Musiala und Nico Schlotterbeck. Im Tor stehen für die ersten beiden Partien Finn Dahmen (FC Augsburg), Alexander Nübel (Besiktas) und Marc-André ter Stegen (Ajax) zur Verfügung.
Unter den 16 Debütanten befinden sich nach Angaben von Get German Football News unter anderem Hennes Behrens (FC Augsburg), Nathaniel Brown, Lennart Karl, Tom Bischof, Said El Mala sowie der Stuttgarter Innenverteidiger Finn Jeltsch. Bereits bei der vorherigen Länderspielpause im August waren mit Finn Dahmen, Paul Nebel und Nnamdi Collins drei weitere Neulinge erstmals berufen worden.
Klopps Ansage: „Positiver Patriotismus“ statt Nationalstolz für Extremisten
Besonders viel Aufmerksamkeit erregten Klopps Äußerungen zum Verhältnis zwischen Nationalmannschaft und nationaler Identität. Wie der Sender Channel News Asia zitierte, sagte Klopp bei der Pressekonferenz, er wolle Ausdrucksformen von Nationalstolz „von den falschen Leuten“ zurückholen — eine Aussage, die weithin als Reaktion auf den jüngsten Wahlerfolg der AfD interpretiert wurde.
Laut dem Fachportal Get German Football News sagte Klopp wörtlich: „Ich bin mir nicht einmal sicher, ob man diesen Ausdruck [‚Nationalstolz‘] noch benutzen kann, ohne missverstanden zu werden. Mir wurde gesagt, wir könnten es als ‚positiven Patriotismus‘ bezeichnen. Gut so. In meinem Alltag merke ich, dass ich unglaublich stolz darauf bin, diesen Job [als Bundestrainer] machen zu dürfen.“ Bei der Vorstellung trug Klopp demnach eine Adidas-Kappe in den Farben der deutschen Flagge.
Klopp hatte den Posten als Bundestrainer am 24. Juli 2026 offiziell übernommen, nachdem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sich nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay von Julian Nagelsmann getrennt hatte. Klopp unterschrieb einen Vierjahresvertrag bis 2030.
Der neue Bundestrainer ist damit nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch ein Neuanfang für ein DFB-Team, das nach dem WM-Aus unter erheblichem öffentlichen Druck stand. Wie stark der Umbruch auch andere Bereiche des deutschen Fußballs erfasst, zeigt sich zuletzt auch daran, wie viel Aufmerksamkeit der Nachwuchsförderung und den Karrierewegen junger deutscher Spieler geschenkt wird — ein Thema, das auch in der Analyse Wie Fußballer erfolgreich werden: Der harte Weg zum Profi beleuchtet wird.

Wer fehlt: Undav, Sané und die Kimmich-Frage
Auffälligste Abwesenheit im Kader ist Deniz Undav vom VfB Stuttgart. Der Angreifer, der laut Berichten des Fachportals Get German Football News zu den wenigen positiven Erscheinungen der deutschen Mannschaft bei der WM 2026 gehört hatte, fehlt in beiden Klopp-Kadern. Sky Germany berichtete demnach, dass Klopp Undav persönlich über seine Nichtberücksichtigung informiert habe. Ein offizieller, wörtlich zitierter Grund von Klopp lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor; die Berichterstattung ordnete die Entscheidung als sportlich-konkurrenzbedingt ein, nicht als disziplinarische Maßnahme.
Auch Leroy Sané, der bereits beim vorherigen Aufgebot unter Nagelsmann im August 2026 nicht berücksichtigt worden war, fehlt weiterhin. Der ehemalige Bayern-Flügelspieler zählte zuvor über Jahre zum festen Stammpersonal der deutschen Offensive.
Kapitän Joshua Kimmich, der bereits Mitte September wegen einer Verletzung für das Spiel gegen Luxemburg ausgefallen war, wurde von Klopp trotz bestehender Fitnessfragen in den ersten Kader berufen, wie mehrere Quellen übereinstimmend berichteten. Die genaue Einsatzfähigkeit des Bayern-Profis für die Partie in Amsterdam blieb zum Zeitpunkt der Kadernominierung offen.
Der Weg zu Klopp: Nagelsmanns Rücktritt nach dem WM-Debakel
Um die Tragweite der Neuausrichtung zu verstehen, lohnt ein Rückblick: Julian Nagelsmann, seit September 2023 Bundestrainer, hatte am 3. Juli 2026 seinen Rücktritt erklärt, nachdem Deutschland im Achtelfinale der Weltmeisterschaft in Nordamerika gegen Paraguay im Elfmeterschießen ausgeschieden war — die erste Elfmeter–Niederlage der deutschen Nationalmannschaftsgeschichte bei einer Weltmeisterschaft. Der DFB kündigte daraufhin an, Gespräche mit dem ehemaligen Liverpool-Trainer Jürgen Klopp aufzunehmen.
Am 24. Juli 2026 bestätigte der DFB offiziell die Verpflichtung Klopps auf einen Vierjahresvertrag bis zur Weltmeisterschaft 2030. Klopps erste Amtszeit als Bundestrainer begann formal am 15. August 2026. Die Nominierung vom 17. September 2026 markiert damit sein erstes komplettes Aufgebot als Chef der A-Nationalmannschaft.
Die Spieltermine im Überblick
| Datum | Partie | Ort | Kader |
|---|---|---|---|
| 4. Oktober 2026 | Griechenland – Deutschland | Thessaloniki (auswärts) | Kader 2 |
| 1. Oktober 2026 | Deutschland – Serbien | München (heim) | Kader 2 |
| 27. September 2026 | Deutschland – Griechenland | Augsburg (heim) | Kader 1 |
| 24. September 2026 | Niederlande – Deutschland | Amsterdam (auswärts) | Kader 1 |
Alle vier Partien zählen zur UEFA Nations League und nicht, wie in Teilen der frühen Berichterstattung fälschlich kolportiert, zur WM-Qualifikation — Deutschland hat sich für die Endrunde 2026 bereits sportlich qualifiziert. Die Nations-League-Spiele dienen Klopp damit in erster Linie als Sichtungsplattform für den Neuaufbau nach dem WM-Ausscheiden.
Reaktionen und Einordnung
Die schiere Größe des Aufgebots sorgte auch international für Aufsehen. Das italienische Sportmedium Gazzetta dello Sport bezeichnete es als „extra-large“-Kader, während die britische Zeitung The Guardian Klopps Ansatz als ungewöhnlichen Schritt einordnete, da bei einem einzelnen Spiel ohnehin nur 23 Spieler im offiziellen Kader stehen dürfen. Klopp selbst begründete die Aufteilung in zwei Gruppen damit, in der kurzen Zeitspanne des Septemberfensters mit vier Spielen in zehn Tagen möglichst vielen Spielern eine Plattform zu geben und den Kreis der Nationalspieler bewusst zu erweitern.
Innerhalb der Bundesliga wird die Kadernominierung auch als Signal für einzelne Vereine gewertet. Für den VfB Stuttgart, dessen Kapitän Undav nicht berücksichtigt wurde, ist dies der bislang deutlichste Rückschlag seit Klopps Amtsübernahme. Wie die Aufstellung neuer, unbekannter Talente den Wettbewerb um Stammplätze in der Offensive weiter verschärft, dürfte sich auch auf die individuelle Planung anderer deutscher Nationalspieler im Ausland auswirken — ein Umbruchprozess, der in seiner Dynamik an frühere Debatten um Kaderrotationen erinnert, wie sie zuletzt auch im Zusammenhang mit der Rolle einzelner Nationalspieler in ihren jeweiligen Nationalteams diskutiert wurden.
Was als Nächstes zählt
- 24. September 2026: Auftaktspiel der Klopp-Ära in der Nations League bei den Niederlanden in Amsterdam.
- 27. September 2026: Erstes Heimspiel unter Klopp gegen Griechenland in Augsburg.
- Offen bleibt, ob Joshua Kimmich rechtzeitig fit wird für den Kaderauftakt.
- Offen bleibt zudem, ob Deniz Undav bei guter Form in den kommenden Kadern zurückkehrt.
- 1. Oktober und 4. Oktober 2026: Zweite Kadergruppe tritt gegen Serbien (München) und erneut gegen Griechenland (Thessaloniki) an.
Für die 16 Debütanten bedeutet die Nominierung zunächst vor allem eines: die Chance, sich in einem ohnehin von Umbruch geprägten deutschen Nationalteam frühzeitig zu empfehlen. Ob Klopps ungewöhnlich große Kaderpolitik zum Modell für künftige Länderspielpausen wird, dürfte sich spätestens nach der Rückrundenpause im Oktober zeigen, wenn er auf Basis der gesammelten Eindrücke einen deutlich kleineren, konsolidierten Kader für die folgenden Nations-League-Spiele nominieren muss.



