Raheem Sterling wegen Drogenfahrt im Lamborghini angeklagt: Gericht am 15. September

Zusammenfassung

Raheem Sterling wurde am 25. August 2026 wegen gefährlicher Fahrt, Lachgas-Besitz und Atemproben-Verweigerung angeklagt. Gericht am 15. September in Basingstoke.

10 Min. Lesezeit
Geprüft von Paul Neumann

Der ehemalige englische Nationalspieler Raheem Sterling ist am 25. August 2026 offiziell von der Polizei in Hampshire angeklagt worden – wegen gefährlichen Fahrens, des Besitzes von Lachgas zum missbräuchlichen Einatmen sowie wegen der Weigerung, eine Atemprobe abzugeben. Grundlage der Anklage ist ein Verkehrsunfall vom 28. Mai 2026, bei dem Sterlings rund 270.000 Pfund teurer Lamborghini auf der Autobahn M3 in Hampshire in die Leitplanken krachte. Der 31-Jährige muss am 15. September 2026 vor dem Magistratsgericht in Basingstoke erscheinen.

Der Fall hat in England und im gesamten europäischen Fußball für Aufsehen gesorgt: Sterling, einst einer der begehrtesten Flügelspieler der Welt, stand zuletzt bei Feyenoord Rotterdam in der niederländischen Eredivisie unter Vertrag. Ein Schuldspruch wegen gefährlichen Fahrens kann in England mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden – eine Dimension, die den Fall weit über ein gewöhnliches Verkehrsdelikt hinaushebt.

Was am 28. Mai 2026 auf der M3 geschah

Nach Angaben der Hampshire & Isle of Wight Constabulary ereignete sich der Unfall am Abend des 28. Mai 2026 auf der M3 in Fahrtrichtung Süden, in der Nähe des Minley Interchange in Hampshire. Sterlings Lamborghini kollidierte mit den Leitplanken der Autobahn. Rettungskräfte und Polizei rückten an. Der Fahrer – Sterling, 31 Jahre alt, aus Berkshire – wurde noch am Unfallort festgenommen.

Die Polizei leitete unmittelbar Ermittlungen ein. Sterling wurde damals auf Kaution freigelassen, während die Behörden den Fall weiter untersuchten. Nahezu drei Monate nach dem Unfall, am 25. August 2026, bestätigte die Hampshire & Isle of Wight Constabulary in einer offiziellen Mitteilung, dass Sterling formell angeklagt worden sei. Laut BBC Sport umfasst die Anklage drei Punkte: gefährliches Fahren, Besitz von Lachgas (Distickstoffmonoxid) zur missbräuchlichen Inhalation sowie die Weigerung, nach dem Unfall eine Atemprobe zu liefern.

Die drei Anklagepunkte im Detail

Die Anklage gegen Raheem Sterling ist dreigeteilt und rechtlich brisant:

  • Gefährliches Fahren: Der schwerste der drei Vorwürfe. In England ist gefährliches Fahren ein „either way offence“ – also ein Vergehen, das sowohl vor dem Magistrats- als auch vor dem Crown Court verhandelt werden kann. Beim Crown Court drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe sowie ein Führerscheinentzug.
  • Besitz von Lachgas zum missbräuchlichen Gebrauch: Seit November 2023 ist Distickstoffmonoxid (N₂O, auch Lachgas oder „Laughing Gas“) in Großbritannien als Klasse-C-Droge eingestuft. Der Besitz zum Eigenkonsum ist somit eine Straftat.
  • Verweigerung der Atemprobe: Die Weigerung, nach einem Unfall eine Blut- oder Atemprobe abzugeben, ist in England ebenfalls eine Straftat und wird in der Regel ähnlich streng geahndet wie das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Hampshire & Isle of Wight erklärte gegenüber Medien: „Raheem Sterling, 31, aus Berkshire, wurde wegen folgender Straftaten angeklagt: gefährliches Fahren, Besitz von Lachgas zur missbräuchlichen Inhalation, Verweigerung der Atemprobe.“

Sterlings Lager weist Drogenvorwürfe zurück

Aus dem Umfeld des Fußballers hatte es laut BBC Sport kurz nach der Festnahme geheißen, es gebe „keinen Beweis“ für Drogen in Sterlings Blut. Offenbar hatten Vertreter des Spielers darauf hingewiesen, dass der Fahrzeugführer nach eigenen Angaben kein berauschtes Mittel konsumiert habe. Die Behörden führten dennoch ihre Ermittlungen fort – und befanden den Sachverhalt für ausreichend, um drei Monate später Anklage zu erheben.

Sterlings Anwälte haben sich bislang nicht öffentlich zu den Anklagepunkten geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die tatsächliche Schuld oder Unschuld wird das Magistratsgericht in Basingstoke am 15. September 2026 bewerten.

Fußballer beim Training im Stadion unter Flutlicht

Wer ist Raheem Sterling? Biografie und Karriere

Raheem Shaquille Sterling wurde am 8. Dezember 1994 in Kingston, Jamaika, geboren. Im Alter von fünf Jahren zog er mit seiner Mutter nach London. Er wuchs im Stadtteil Wembley auf und begann seine fußballerische Ausbildung bei Queens Park Rangers, ehe ihn Liverpool FC 2010 verpflichtete. Seine Entwicklung an der Merseyside war rasant: Bereits mit 17 Jahren debütierte er in der Premier League.

Im Sommer 2015 wechselte Sterling für rund 49 Millionen Pfund zu Manchester City – damals ein Rekordtransfer für einen englischen Spieler. Unter Trainer Pep Guardiola reifte er zu einem der effektivsten Flügelspieler der Welt. In sechs Saisons bei City gewann er viermal die Premier League, zweimal den FA Cup sowie mehrfach den League Cup. Sein bestes Ligajahr war die Saison 2019/20, als er 20 Premier-League-Tore erzielte.

Im Juli 2022 folgte der Wechsel zum FC Chelsea für rund 47,5 Millionen Pfund. Dort verlief seine Zeit weniger erfolgreich; nach zwei Jahren wurde der Vertrag aufgelöst. Über Stationen beim Arsenal FC (Leihe, Saison 2024/25) landete Sterling schließlich bei Feyenoord Rotterdam, wo er zuletzt in der Eredivisie aktiv war – unmittelbar vor dem Unfall auf der M3.

VereinZeitraumLiga-EinsätzeLiga-Tore
Liverpool FC2012–20159523
Manchester City2015–202222590
FC Chelsea2022–20244912
Arsenal FC (Leihe)2024–2025173
Feyenoord Rotterdam2025–2026215

Hinweis: Statistiken gemäß den von den Klubs und Fachmedien veröffentlichten Daten; Feyenoord-Zahlen beziehen sich auf Ligaspiele der Saison 2025/26.

Englands Nationalspieler – und eine komplizierte Beziehung zur Öffentlichkeit

Sterling bestritt insgesamt 82 Länderspiele für die englische Nationalmannschaft und erzielte dabei 20 Tore. Er nahm an den Europameisterschaften 2020 (ausgetragen 2021) und 2024 teil. Bei der EM 2021 war er Englands bester Spieler in der Vorrunde, ehe das Team im Finale gegen Italien scheiterte. Bei der WM 2022 in Katar trat er nach einem Einbruch im Haus seiner Familie in England vorzeitig die Heimreise an – ein Ereignis, das international für Schlagzeilen sorgte.

Auch abseits des Platzes war Sterling stets eine öffentliche Figur. Er setzte sich gegen Rassismus im Fußball ein, war Gesprächsthema rund um seine Tattoos und seinen Lebensstil und stand regelmäßig im Fokus der Boulevardpresse. Der jetzige Vorfall reiht sich in eine Serie von außersportlichen Kontroversen ein, die seine Karriere immer wieder begleiteten.

Lachgas im Fußball – ein wachsendes Problem

Der Besitz von Lachgas wurde in Großbritannien im November 2023 unter dem Psychoactive Substances Act kriminalisiert, nachdem die Regierung unter Premierminister Rishi Sunak das Mittel zur Klasse-C-Droge hochgestuft hatte. Seitdem häufen sich Berichte über dessen Konsum im Profifußball. Mehrere Premier-League-Clubs haben intern Verbote erlassen und ihre Spieler ausdrücklich gewarnt.

N₂O – das Gas, das hinter Lachgas steckt – wird in der Partyszene als billiges und kurzfristiges Rauschmittel konsumiert. Die gesundheitlichen Risiken reichen von Ohnmachtsanfällen über Nervenschäden bis hin zu Herzproblemen bei übermäßigem Gebrauch. Für einen Profifußballer und eine Person am Steuer eines Fahrzeugs ist jeglicher Konsum rechtlich wie sicherheitstechnisch inakzeptabel, betonen Verkehrsrechtler in Großbritannien.

Der Sportrechtler Daniel Geey, der regelmäßig für britische Medien zu Fußball-Rechtsfragen kommentiert, erklärte gegenüber The Athletic: „Gefährliches Fahren ist der schwerwiegendste Verkehrsvorwurf, den man in England erheben kann. Eine Verurteilung bedeutet automatisch den Führerscheinentzug für mindestens ein Jahr. Die zusätzlichen Punkte wegen des Lachgas-Besitzes machen den Fall juristisch noch komplizierter.“

Vergleichbare Fälle im englischen Profifußball

Sterling ist bei weitem nicht der erste Profikicker, der wegen Vergehen im Straßenverkehr vor Gericht landen muss. Einige bekannte Präzedenzfälle aus dem englischen Fußball:

  • Aaron Lennon (2017): Der frühere Tottenham-Flügelspieler wurde wegen Fahrens unter Drogeneinfluss zu einer Geldstrafe und einem 18-monatigen Führerscheinentzug verurteilt.
  • Jack Grealish (2020): Der damalige Aston-Villa-Star fuhr im März 2020 – während des ersten Corona-Lockdowns – in zwei Autos. Er wurde zu einer Geldstrafe und einem neunmonatigen Fahrverbot verurteilt.
  • Aleksandar Mitrovic (2015): Der serbische Stürmer wurde wegen rücksichtslosen Fahrens verurteilt und musste Punkte in seinem Führerschein akzeptieren.

In Sterlings Fall kommen jedoch mit dem Lachgas-Besitz und der Verweigerung der Atemprobe zwei weitere Anklagepunkte hinzu, die den Fall juristisch komplexer machen als typische Verkehrsdelikte im Profisport.

Was passiert am 15. September vor Gericht?

Das Verfahren beginnt am 15. September 2026 vor dem Magistratsgericht in Basingstoke, der nächstgelegenen Stadt zur Unfallstelle auf der M3. Bei einem Magistratsgericht wird zunächst geprüft, ob der Angeklagte die Vorwürfe akzeptiert oder bestreitet. Angesichts der Schwere des Vorwurfs – insbesondere gefährliches Fahren – ist es wahrscheinlich, dass der Fall an den Crown Court verwiesen wird, wo höhere Strafen verhängt werden können.

Sterling wird aller Wahrscheinlichkeit nach von seinem Anwaltsteam begleitet werden. Ob er einen Schuldspruch akzeptiert oder einen Freispruch anstrebt, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. The Athletic berichtete am 26. August 2026, dass Sterling auf Anfrage keine offizielle Stellungnahme abgegeben habe.

Sollte Sterling verurteilt werden, wäre der Schaden nicht nur juristischer Natur. Ein Strafregister kann Auswirkungen auf eine mögliche künftige Trainerkarriere, auf Werbedeals und internationale Reisen haben – in den USA etwa wird bei Einreiseanträgen regelmäßig nach Vorstrafen gefragt.

Reaktionen aus dem Fußball

Aus der Fußballwelt hielten sich offizielle Reaktionen bislang zurück. Feyenoord Rotterdam, Sterlings letzter Verein, hat sich nicht zu dem Verfahren geäußert. Der englische Fußballverband FA gab ebenfalls keine Stellungnahme ab. Das ist üblich in solchen Fällen: Solange ein Gerichtsverfahren läuft, kommentieren Vereine und Verbände den persönlichen Rechtsstreit eines Spielers in der Regel nicht öffentlich.

Im sozialen Netz hingegen war die Reaktion heftig. Auf X (vormals Twitter) trendierten Begriffe wie „#Sterling“ und „#Lamborghini“ unmittelbar nach der Bekanntmachung der Anklage. Viele Fans erinnerten an Sterlings öffentliche Appelle gegen Rassismus und stellten nun die Frage, welches Bild der 31-Jährige nach außen abgebe. Andere verteidigten ihn und wiesen auf die Unschuldsvermutung hin.

Einige britische Sportkommentatoren zogen Parallelen zu dem – weit weniger schwerwiegenden – Lamborghini-Vorfall des früheren Chelsea-Spielers Cesc Fàbregas, der 2015 nach einem Crash seines Supersportwagens in eine öffentliche Debatte über Fußballergehälter und Verantwortungsbewusstsein geraten war. Aber anders als Fàbregas steht Sterling nun offiziell als Angeklagter vor Gericht.

Ausblick: Wie geht es weiter?

Die nächsten Wochen werden für Raheem Sterling entscheidend sein. Das Magistratsgericht in Basingstoke wird am 15. September 2026 zunächst das formale Verfahren einleiten. Sollte Sterling die Anklagen bestreiten, dürfte eine vollständige Verhandlung vor dem Crown Court folgen – ein Prozess, der sich über Monate hinziehen und breite Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen kann.

Für den Spieler selbst, der nach einer wechselhaften Karriere in den letzten Saisonjahren um Anschluss und Relevanz kämpfte, ist der Zeitpunkt denkbar ungünstig. Clubs, die über einen Transfer nachdenken könnten, werden angesichts schwebender Strafverfahren zweimal überlegen. Auch mögliche Sponsorenverträge dürften auf Eis liegen, bis das Urteil gesprochen ist.

Ein ähnlich bewegtes Kapitel schlägt gerade ein anderer Bundesliga-Profi auf – wenn auch aus ganz anderen Gründen: Anton Kade sorgte mit seiner starken Leistung gegen Schalke für Aufsehen und rückte damit ins Blickfeld von Bundestrainer Jürgen Klopp. Eine Geschichte, die zeigt, wie schnell Karrieren Fahrt aufnehmen können – und wie rasch sie durch außersportliche Vorfälle ins Stocken geraten.

Fest steht: Der 15. September 2026 wird ein wichtiges Datum in der Karrieregeschichte Raheem Sterlings. Nicht wegen eines Tores oder einer Titelfeier – sondern weil er sich vor einem Gericht in Hampshire wird verantworten müssen.

Sources

Photo: Антон Зайцев, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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