Hoeneß kritisiert VAR nach Stuttgarts 1:2-Niederlage in Hoffenheim: Hlozek trifft doppelt

Geprüft von Paul Neumann
Zusammenfassung

VfB Stuttgart verliert 1:2 bei Hoffenheim am 3. Bundesliga-Spieltag. Trainer Hoeneß kritisiert den VAR nach strittiger Elfmeterszene. Hložek trifft doppelt.

10 Min. Lesezeit

VfB Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß hat nach der 1:2-Niederlage seiner Mannschaft bei der TSG Hoffenheim am Samstag, dem 12. September 2026, scharfe Kritik am Video-Assistenten geübt. Im Mittelpunkt stand eine nicht gegebene Elfmeterszene in der ersten Halbzeit, bei der Mittelfeldspieler Angelo Stiller im Strafraum zu Fall gebracht wurde, der VAR jedoch nicht eingriff. Hoffenheims Adam Hložek erzielte beide Treffer für die Gastgeber, während Maximilian Mittelstädt Stuttgarts einziges Tor beisteuerte.

Die Partie am 3. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27 in der PreZero Arena in Sinsheim lieferte nicht nur sportliche Spannung, sondern auch eine hitzig geführte Schiedsrichterdiskussion. Hoeneß machte seinem Ärger nach dem Schlusspfiff unmissverständlich Luft und stellte die Kompetenz der VAR-Zentrale in Köln infrage. Der VfB Stuttgart steht damit nach drei Spieltagen bei nur drei Punkten — eine enttäuschende Bilanz für den Vizemeister der Vorsaison.

Die strittige Elfmeterszene: Stiller wird gefoult, der VAR schweigt

Die entscheidende Szene ereignete sich in der ersten Halbzeit, als Stuttgarts Angelo Stiller im Strafraum der Hoffenheimer in einen Zweikampf geriet. Laut Hoeneß wurde Stillers Knie deutlich weggetreten, woraufhin der Mittelfeldakteur sofort zu Boden ging und in der Folge sogar ausgewechselt werden musste. Schiedsrichter Sven Jablonski ließ weiterspielen — und der Video-Assistent in Köln griff nicht ein.

„Das ist ein Foulspiel“, sagte Hoeneß nach dem Spiel in deutlichen Worten gegenüber Sky Sport. Weiter führte er aus: „Dann hat er aber jemanden im Keller, der es für ihn sehen kann … zumindest die Möglichkeit, ihm die Möglichkeit zu geben, das noch mal neu zu bewerten.“ Die Frustration des 44-Jährigen war nicht zu übersehen. In einer weiteren Stellungnahme erklärte der Stuttgart-Coach: „Es ist einfach ein klarer Elfmeter. Ich verstehe es einfach nicht.“

Das Thema VAR und Elfmeterentscheidungen begleitet Hoeneß in dieser Saison bereits zum wiederholten Mal. Stuttgarts Statistik weist nach drei Spieltagen null Elfmeter und null verwandelte Strafstöße auf — eine Bilanz, die den Trainer sichtlich nervt. „Schwer zu akzeptieren“, fasste Hoeneß seine Gefühlslage zusammen.

Adam Hložek in Topform: Doppelpack entscheidet das Spiel

Während Stuttgart über den VAR klagte, durfte Hoffenheim seinen Matchwinner feiern: Der tschechische Angreifer Adam Hložek erzielte beide Tore der TSG und untermauerte damit seine glänzende Frühform in der laufenden Bundesliga-Saison. In der 13. Minute brachte Hložek die Gastgeber nach einer Vorlage von Conté mit 1:0 in Führung. Auch nach Stuttgarts Ausgleich bewahrte der 24-Jährige die Ruhe und traf in der 67. Minute zum entscheidenden 2:1, diesmal auf Zuspiel von Daghim.

Hložek, der im Sommer 2024 von Bayer 04 Leverkusen nach Sinsheim gewechselt war, zeigt sich in der Saison 2026/27 in bestechender Verfassung. Hoffenheim kam nach drei Spieltagen auf sechs Tore bei 45 Schüssen aufs Tor — Zahlen, die zu einem großen Teil auf Hložeks Konto gehen. Seine Fähigkeit, sowohl im Abschluss als auch im Kombinationsspiel zu glänzen, macht ihn zu einem der gefragtesten Stürmer der Liga.

Bemerkenswert war auch eine VAR-Überprüfung in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Bei einem strittigen Handspiel im Stuttgarter Strafraum prüfte der Video-Assistent, ob ein Elfmeter für Hoffenheim hätte gegeben werden müssen. Die Überprüfung ergab jedoch, dass Hložek den Ball zuvor selbst mit der Hand berührt hatte — die Entscheidung lautete „Kein Elfmeter“. Auch diese Szene unterstrich die zentrale Rolle des VAR an diesem Nachmittag.

Spielverlauf: Stuttgart kommt zurück, verliert aber den Faden

Die Partie in Sinsheim begann mit einem Paukenschlag. Schon in der 13. Minute nutzte Hložek eine Unachtsamkeit in Stuttgarts Defensive zur frühen Führung. Die Gäste wirkten in der Folge verunsichert, auch weil die strittige Elfmeterszene um Stiller für zusätzlichen Frust sorgte. Stuttgart ging mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel zeigte der VfB eine deutlich verbesserte Leistung. Maximilian Mittelstädt erzielte in der 48. Minute den Ausgleich zum 1:1, nachdem Josha Vagnoman die Vorlage geliefert hatte. Für einen kurzen Moment schien es, als könnte Stuttgart das Spiel drehen. Doch Hoffenheim blieb effizient: Hložeks zweiter Treffer in der 67. Minute stellte den alten Abstand wieder her. Trotz weiterer Bemühungen gelang es dem VfB nicht mehr, den erneuten Rückstand aufzuholen.

Stuttgarts Defensive hat in dieser Saison bereits acht Gegentore kassiert — eine alarmierende Statistik für eine Mannschaft mit Ambitionen auf die obere Tabellenhälfte. Darüber hinaus unterliefen dem VfB in drei Spielen bereits zwei Eigentore, was auf mangelnde Konzentration in der Abwehrkette hindeutet.

Stuttgarts schwieriger Saisonstart: Nur drei Punkte nach drei Spielen

Die Niederlage in Hoffenheim verschärft Stuttgarts Lage in der Tabelle. Nach drei Spieltagen steht der VfB bei einem Sieg, null Unentschieden und zwei Niederlagen — das ergibt lediglich drei Punkte und einen Tabellenplatz im Mittelfeld der Bundesliga. Die Tordifferenz von minus zwei (fünf Tore erzielt, acht kassiert) verdeutlicht die Probleme auf beiden Seiten des Spielfelds.

Für einen Verein, der in der Vorsaison 2025/26 die Saison auf dem dritten Tabellenplatz mit 53 Punkten abschloss, ist dieser Start ernüchternd. Hoeneß steht nun vor der Aufgabe, seine Mannschaft schnell zu stabilisieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der VAR-Ärger ein Ventil für tieferliegende Probleme war oder ob Stuttgart lediglich eine Anlaufschwäche durchlebt.

Die VAR-Debatte in der Bundesliga: Ein Dauerthema mit neuer Brisanz

Stuttgarts Kritik am Video-Assistenten reiht sich in eine lange Liste von Beschwerden in der Bundesliga ein. Seit der Einführung des VAR zur Saison 2017/18 sorgt die Technologie immer wieder für hitzige Debatten. Hoeneß‘ Argument zielt dabei auf einen Kernpunkt der Diskussion: Wenn der Schiedsrichter auf dem Feld eine Szene übersieht, sollte der VAR in Köln die Initiative ergreifen — oder zumindest dem Referee die Möglichkeit geben, die Situation am Monitor noch einmal zu bewerten.

Dass der VAR bei der Stiller-Szene nicht einschritt, während er bei der Handspiel-Situation in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durchaus aktiv wurde, verstärkt den Eindruck einer inkonsistenten Anwendung. Laut den offiziellen Spielprotokollen der Bundesliga wurde bei der zweiten Szene ein vollständiger Review durchgeführt, bevor die Entscheidung „Kein Elfmeter“ bestätigt wurde. Die erste Szene um Stiller hingegen erreichte offenbar nicht die Interventionsschwelle des VAR — ein Umstand, den Hoeneß schlicht nicht nachvollziehen kann.

Stuttgarts Sportdirektor dürfte in den kommenden Tagen den Dialog mit der DFB-Schiedsrichterkommission suchen. Bereits am 3. Spieltag zeichnet sich ab, dass die VAR-Thematik die Bundesliga-Saison 2026/27 begleiten wird — und Stuttgarts Fall könnte als Präzedenz dienen.

Bundesliga match scene with packed stadium and competing players

Hoffenheims Aufschwung unter neuem System

Für die TSG Hoffenheim bedeutet der Sieg über Stuttgart den ersten Dreier der Saison. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt — unter anderem ein 2:4 gegen Union Berlin — war der Druck auf das Team und die Vereinsführung spürbar gewachsen. Der 2:1-Erfolg gegen den VfB bringt Hoffenheim auf drei Punkte und vorerst Luft zum Atmen.

Die Leistung von Hložek steht stellvertretend für eine Mannschaft, die trotz ihrer schwierigen Ausgangslage kämpferisch und taktisch überzeugte. Die TSG verteidigte den knappen Vorsprung nach Mittelstädts Ausgleich konsequent und schlug durch Hložeks zweiten Treffer im richtigen Moment zu. Mit sechs Toren in drei Spielen zeigt Hoffenheims Offensive durchaus Potenzial — allerdings bei einer Gegentorbilanz von sieben Treffern, die defensiv Nachholbedarf signalisiert.

Mitchell Weisers emotionale Rückkehr: Tränen nach 14 Monaten Pause

Abseits der Hoffenheim-Stuttgart-Partie lieferte der 3. Bundesliga-Spieltag eine der emotionalsten Geschichten der bisherigen Saison. Beim 1:1 zwischen dem 1. FC Köln und Werder Bremen am selben Tag feierte Mitchell Weiser sein lang ersehntes Comeback nach 14 Monaten Verletzungspause. Der 32-jährige Rechtsverteidiger war in der 83. Minute eingewechselt worden — ausgerechnet im Müngersdorfer Stadion, wo seine Fußballkarriere einst begonnen hatte.

Nach dem Schlusspfiff überwältigten Weiser die Emotionen. Er brach vor den Werder-Fans in Tränen aus. „Es ist schon eine sehr lange Zeit gewesen. Seitdem ich angefangen habe mit Fußball, war es die längste Zeit. Jeden Tag die Ungewissheit, wann ich wieder auf den Platz kommen kann. Das war einfach hart für mich“, erklärte Weiser laut ZDF heute.

Der gebürtige Kölner, der einen Kreuzbandriss erlitten hatte und seitdem mühsam den Weg zurück auf den Platz suchte, fügte hinzu: „Fühlt sich an wie ein Sieg für mich. Ich habe so gekämpft, dass ich hier heute dabei sein kann. In diesem Stadion hat für mich alles im Fußball angefangen, da kamen die Emotionen hoch.“ Mitspieler Niclas Füllkrug, der an jenem Abend Werders Torschütze war, bemerkte Weisers Zustand und tröstete ihn. „Ich musste mitweinen. Ich kenne das selber, diese Momente in der Reha, wenn man nicht weiß, wie es weitergehen soll. Und Mitch hat das alles überstanden“, sagte Füllkrug laut Sportschau.

Weitere Ergebnisse vom 3. Bundesliga-Spieltag

Der 3. Spieltag der Bundesliga-Saison 2026/27 am 12. und 13. September bot neben der VAR-Kontroverse in Sinsheim und Weisers Comeback mehrere bemerkenswerte Ergebnisse. Borussia Dortmund setzte seinen starken Saisonstart mit einem 2:0-Auswärtssieg beim 1. FC Heidenheim fort. Zudem feierte Eintracht Frankfurt einen überzeugenden 3:1-Erfolg bei Mainz 05, während RB Leipzig auswärts 1:0 bei Mainz gewann.

PartieErgebnisDatumTorschützen
Hoffenheim – VfB Stuttgart2:112. September 2026Hložek (13′, 67′) / Mittelstädt (48′)
1. FC Köln – Werder Bremen1:112. September 2026— / Füllkrug
Mainz 05 – Eintracht Frankfurt1:312. September 2026Tietz (89′) / Uzun (9′), Burkardt (45’+1), Uzun (60′)
1. FC Heidenheim – BVB0:213. September 2026— / Guirassy, Beier
Mainz 05 – RB Leipzig0:113. September 2026— / Bakayoko (39′)

Besonders der BVB, der bereits am Vortag im DFB-Pokal gegen Paderborn mit Schlotterbeck als Kapitän überzeugt hatte, zeigte in Heidenheim erneut seine Stärke. Der Marsch der Dortmunder sorgt zunehmend dafür, dass andere Spitzenteams aufmerken müssen.

Ausblick: Stuttgarts nächste Bewährungsproben

Für den VfB Stuttgart stehen in den kommenden Wochen richtungsweisende Spiele an. Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß muss beweisen, dass der schwache Saisonstart nicht symptomatisch für eine tiefgreifende Krise ist. Angesichts der ambitionierten Zielsetzung — Stuttgart hatte in der Vorsaison den dritten Platz erreicht und spielt international — kann sich der Verein keine weitere Niederlagenserie leisten.

Die VAR-Debatte wird Stuttgart dabei weiter begleiten. Hoeneß hat mit seinen deutlichen Worten ein Signal gesendet: Der VfB fühlt sich benachteiligt und fordert eine konsequentere Anwendung des Video-Assistenten. Ob die DFB-Schiedsrichterkommission auf die Kritik reagiert, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Diskussion um die Eingriffsschwelle des VAR in der Bundesliga auch im dritten Jahr nach den jüngsten Regelanpassungen nichts an Brisanz verloren hat.

Für Adam Hložek und die TSG Hoffenheim hingegen könnte der Sieg gegen Stuttgart ein Wendepunkt sein. Nach zwei Auftaktniederlagen gibt der 2:1-Erfolg dem Team neues Selbstvertrauen. Hložeks Doppelpack unterstreicht seine Qualität als einer der torgefährlichsten Angreifer der Bundesliga — und macht ihn zum Spieler, den es am nächsten Spieltag besonders zu beachten gilt.

Der Fall Weiser erinnert derweil daran, dass der Profifußball mehr ist als Tabellen und Taktik. Die Tränen eines Spielers, der nach 14 Monaten Leidenszeit zurückkehrt, und die spontane Umarmung eines Mitspielers — das sind die Momente, die den Sport auch abseits der Ergebnisse prägen. Mitchell Weiser wird in den kommenden Wochen behutsam an die volle Belastung herangeführt werden, doch sein Comeback allein ist bereits eine der bewegendsten Geschichten dieses jungen Bundesliga-Jahrgangs.

Sources

Photo via Wikimedia Commons (Public domain)

📷 Bildnachweise — Hero: Public domain · Wikimedia Commons
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Lukas Brandt, LifeBogger author

Lukas Brandt

Hallo! Ich bin Lukas Brandt und schreibe für die deutschsprachigen Leser von LifeBogger über die Kindheit und die Lebensgeschichten von Fußballern. Ich recherchiere Herkunft, Familie und die frühen Jahre der Spieler — jene Geschichten, die lange vor den großen Bühnen beginnen. Am meisten interessiert mich, was einen Jungen vom Bolzplatz bis ins Nationaltrikot trägt.

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